Kärnten ORF.at
MI | 11.04.2012
Brennende Holzbalken (Bild: ORF)
Stallbrand
Ungelöschter Kalk als Brandrisiko
Der Brand in einem Kälberstall in Paternion am vergangenen Montag ist durch das Aufstreuen von ungelöschtem Kalk entstanden. Dieser wird von Bauern zur Desinfektion aufgebracht, es fehlen Warnhinweise zur Brandgefahr.
Bauern konnte selbst löschen
Gegen 21.10 war der Brand im Wirtschaftsgebäude des 36-jährigen Landwirtes ausgebrochen. Er entdeckte zufällig das Feuer und konnte es selbst unter Kontrolle bringen. Der Landwirt verhinderte so ein Übergreifen auf das mit ca. 140 Stück Vieh belegte Wirtschaftsgebäude. Er verständigte daher auch keine Feuerwehr.

In den folgenden Tagen mussten jedoch drei Kälber wegen Rauchgasvergiftungen eingeschläfert werden.
Ungelöschten Kalk aufgestreut
Als Ursache wurde festgestellt, dass vom Eigentümer cirka eine Stunde vor der Brandentdeckung ungelöschter Kalk auf Teilen des Stallbodens zur Desinfektion ausgestreut und im Anschluss mit Stroh bedeckt worden ist.

Dabei war es in der Folge zwischen dem eingebrachten ungelöschten Kalk und der dort vorherrschenden Feuchtigkeit (Urin der Tiere) zu einer selbstentzündlichen Reaktion gekommen.
Kalk erwärmt sich bis 180 Grad Celsius
Dies konnte auch im Rahmen eines Feldversuches bestätigt werden. Dabei zeigte sich, dass sich der Kalk unter Wasserzufuhr auf etwa 170 bis 180 Grad Celsius erwärmt und unter Zugabe von Stroh in sehr kurzer Zeit eine starke Rauchentwicklung sowie eine Glimm- bzw. Flammbrandphase erreicht.

Ungelöschter Kalk ist ein handelsübliches Produkt, das sehr oft von Landwirten zum Zwecke der Desinfektion in den Stallungen verwendet wird. Auf dem Verpackungsmaterial wird jedoch nicht eindeutig auf die Brandgefahr bei Desinfektionen im landwirtschaftlichen Bereich hingewiesen.
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