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MI | 11.04.2012
Mehrsprachig
Julius-Kugy-Klassen als Zukunftsmodell
"Senza confini, brez meja" - das Motto der ehemaligen Kärntner Olympiabewerbung gilt auch für die Julius-Kugy-Klassen am Slowenischen Gymnasium in Klagenfurt. Die Schüler kommen auch aus Slowenien und Friaul, unterrichtet werden sie in vier Sprachen.
Schüler aus mehreren Ländern
In den sieben Julius-Kugy-Klassen am Slowenischen Gymnasium in Klagenfurt geht es grenzenlos zu. Die 185 Schüler kommen aus Ferlach genauso wie aus Laibach oder Triest, unterrichtet werden sie überwiegend in Slowenisch.

In einzelnen Gegenständen ist die Unterrichtssprache aber auch Deutsch, Italienisch oder Englisch. Über das alte Rom spricht der Geschichtsprofessor zum Beispiel auf Italienisch.
Die Schüler schätzen diese Vielsprachigkeit. Jamil ist vor fünf Jahren wegen der Kugy-Klasse aus Triest nach Klagenfurt gekommen: "Ich habe von der Kugy-Klasse von meinen Eltern erfahren, ich bin sehr zufrieden mit meiner Entscheidung."

Sebastian kommt aus Marburg: "Slowenien ist in der EU und es kommt mir zugute, dass ich jetzt vier Sprachen lerne. Jetzt kann ich in Europa herumreisen und verstehe die anderen."

Katja aus Bad Eisenkappel besucht die Kugy-Klasse seit 1999, dem Beginn des Projekts: "Je mehr Sprachen man kann, desto besser. Man kann im Ausland studieren und hat einfach mehr Möglichkeiten."
Kugy war "Brückenbauer"
Seinen Namen hat das Schulprojekt von Julius Kugy. Der Wissenschaftler und Bergsteiger war Anfang des 20. Jahrhunderts viel im Dreiländereck unterwegs, er galt als Brückenbauer im Alpen-Adria-Raum.

Brücken zu bauen ist auch ein wesentliches Ziel der Kugy-Klassen. Projektleiterin Olga Gallob: "Nachdem die Mehrsprachigkeit tägliche Praxis ist in den Kugy-Klassen, gibt es eine gelebte Offenheit gegenüber anderen Sprachen und Kulturen. Auch die regionale Identität wird gestärkt."
Tägliches Lernen auch für die Lehrer
Von Beginn an wird das Projekt wissenschaftlich begleitet. Für die Lehrer ist der Unterricht in den Kugy-Klassen eine Herausforderung, sagt Gallob, die selbst Italienisch unterrichtet: "Man muss akzeptieren, dass man auch korrigiert wird. Wir unterrichten auch mit native speakers, es ist für uns ein tägliches Lernen."
Förderung der EU
Von 2002 bis heuer wurden die Kugy-Klassen von der EU gefördert. Im Rahmen des Interreg-IIIA-Programms erhielt das Slowenische Gymnasium in Summe 40.000 Euro, mit denen Assistenzlehrer, Sprachwochen oder Partnerschaften mit italienischen und slowenischen Schulen finanziert wurden.
Eltern unterstützen Klassen
Jetzt läuft die EU-Förderung zwar aus, die Kugy-Klassen sind dank Sponsoren und der Unterstützung der Eltern aber nicht gefährdet. Für kleinere Einzelprojekte wolle man auch künftig beim Interreg-Programm um Unterstützung ansuchen, sagt Direktor Miha Vrbinc:

"Wie wir gehört haben, ist das im Bereich einzelner Projekte möglich. Eine Schulpartnerschaft, die schon besteht wird finanziert und unterstützt, darum werden wir sicher ansuchen."
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