Kärnten ORF.at
MI | 11.04.2012
Zweisprachige Ortstafel St. Stefan (Bild: ORF)
Humaninstitut-Studie
Neue Ortstafelrunde und Haider-Vorschläge
In die Kärntner Ortstafeldiskussion soll wieder Bewegung in konstruktiver Hinsicht kommen. Es wurden neuerliche Gespräche angekündigt. Interessante Ergebnisse brachte eine Untersuchung des Humaninstituts zu diesem Thema.
Weitere Gesprächsrunde beim Bundeskanzler
Der Kärntner ÖVP-Chef Josef Martinz kündigte am Montag eine weitere Gesprächsrunde bei Bundeskanzler Wolfgang Schüssel (ÖVP) innerhalb der kommenden 14 Tage an.

Martinz plädierte am Montag für eine rasche Lösung, da er andernfalls eine Flut an Klagen der Slowenenverbände befürchte.
LH Jörg Haider (BZÖ) vor zweisprachiger Ortstafel (Bild: ORF) BZÖ eindeutig gegen Kompromisslösung
Landeshauptmann Jörg Haider (BZÖ) will am Mittwoch in einer Pressekonferenz in Wien seine weiteren Vorstellungen präsentieren. "Der Landeshauptmann wird Schritte und mögliche Lösungsfindungen der Öffentlichkeit vorstellen", sagte Haider-Sprecher Stefan Petzner am Montag gegenüber der APA.

Sowohl das Landeshauptmann-Büro als auch Bündnissprecher Uwe Scheuch stellten gleichzeitig klar, dass das so genannte "Kompromisspapier" für das BZÖ keine Geltung mehr habe. Dieser Kompromiss, der die Aufstellung von 158 Ortstafeln - derzeit stehen 77 - vorsieht, wird hingegen von SPÖ, ÖVP und Grünen in Kärnten angestrebt.
Studie: 67 Prozent stehen hinter Haiders Idee
Die Kärntner Ortstafelfrage sei eine politisch zu beurteilende Ausnahmesituation, die mit normalen Maßstäben alltäglichen politischen Managements nicht zu lösen ist, meldete sich Franz Witzeling vom Klagenfurter Humaninstitut am Montag zu Wort.

In einer Untersuchung, bei der in der vergangenen Woche knapp 600 Personen befragt wurden, haben sich laut Witzeling 67 Prozent hinter die Idee Haiders gestellt, die Ortstafeln "nach rechtlichem Anlassfall" zu versetzen. Lediglich 24 Prozent sprachen sich dagegen aus, der Rest war unschlüssig.
"Das Symptom ist nicht die Krankheit"
Franz Witzeling (Bild: Humaninstitut)"Zu Themen, die man der Kommunikationspsychologie zuordnen muss, ist immer wieder der international bekannte, in den USA lebende, Kärntner Professor Watzlawick zu zitieren, der sagte, das Symptom sei nicht die Krankheit", so Witzeling. "Auf die Ortstafelfrage übertragen bedeutet das, dass Laiendiagnosen den vernetzten Sachverhalt nicht treffen, sondern die populistischen Aktionisten zu ungewollten Brandstiftern machen, die das Feuer nicht löschen können", sagte der Meinungsforscher.
Befragte glauben nicht an juristische Lösung
69 Prozent der Befragten glauben nicht dran, dass die Ortstafelfrage mit juristischen Mitteln zu lösen sei.

Bei der Frage, welcher Kärntner Spitzenpolitiker in der Ortstafelfrage die "für unser Land akzeptabelste Position eingenommen habe", stimmten 53 Prozent für Jörg Haider, 16 Prozent für Franz Schwager (FPÖ), zwölf Prozent für Gaby Schaunig, elf Prozent für Josef Martinz (ÖVP) und acht Prozent für Rolf Holub von den Grünen.
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