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MI | 11.04.2012
Uwe Scheuch beim "Part of the game"-Prozess (Bild: APA/Eggenberger)
POLITIK
Die Politkarriere von Uwe Scheuch
Nach zehn Jahren des anscheinend unaufhaltsamen Aufstiegs in der Politik hat die Karriere von Uwe Scheuch (FPK) mit einer Verurteilung in erster Instanz in der "Part of the game"-Affäre einen mehr als kräftigen Dämpfer bekommen.
Amtsverlust und Gefängnis drohen
Sollte das am Dienstag von Richter Christian Liebhauser-Karl gefällte Urteil auch in zweiter Instanz halten, verliert Scheuch nicht nur sein Amt als Landeshauptmannstellvertreter, sondern muss auch für mehrere Monate ins Gefängnis. Damit wäre der Architekt der Wiedervereinigung der Kärntner Freiheitlichen mit der FPÖ von Heinz-Christian Strache wohl auch seinen Sessel an der Spitze der FPK los.
Nach Matura Studium in Wien
Uwe Scheuch wurde am 15. Juni 1969 in Villach geboren, wo er auch die Volksschule besuchte. Nach der Matura am Bundesrealgymnasium Spittal an der Drau im Jahr 1989 ging er nach Wien, um dort innerhalb von sieben Jahren ein Studium an der Universität für Bodenkultur zu absolvieren. Seine Diplomarbeit schrieb er zum Thema "Der Bauernwald in Oberkärnten". Nebenbei führte er ab 1990 die Land- und Forstwirtschaft am eigenen Hof, gemeinsam mit seinem Bruder Kurt.
Auch Großvater und Bruder politisch aktiv.
2003 aus Schatten von Bruder Kurt getreten
Uwe ist aber nicht der erste bekannte Scheuch in der Politik. Sein Großvater Robert Scheuch war ein Mitbegründer der Freiheitlichen, der ältere Bruder Kurt wurde als "Reißwolf von Knittelfeld" berühmt, als er 2002 beim legendären Delegiertentreffen angeblich aufgrund eines Missverständnisses den Pakt zwischen der damaligen Obfrau Susanne Riess-Passer und deren Vorgänger Jörg Haider zerriss. Damals stand Uwe noch im Schatten des großen Bruders, der inzwischen als Klubobmann der FPK im Kärntner Landtag werkt.

Mit der Nationalratswahl 2003 zog Scheuch - von 2001 bis 2006 auch Vizepräsident der Kammer für Land- und Forstwirtschaft in Kärnten - ins Hohe Haus ein und überholte damit seinen Bruder karrieretechnisch gesehen.
Haubner, Scheuch, Westenthaler, Haider, Scheibner, BZÖ Feier (Bild: APA/Eggenberger)
Jörg Haider und Uwe Scheuch in Velden (Bild: APA - Eggenberger)
Rückkehr des BZÖ in die "freiheitliche Familie" forciert.
Weiterer Aufstieg nach Tod von Jörg Haider
Uwe Scheuch wurde bald zum Wortführer der Kärntner Freiheitlichen und machte sich in der Partei unentbehrlich. Im Dezember 2006 beerbte er Martin Strutz als Landesrat, nach dem Tod Jörg Haiders 2008 stieg er zum stellvertretenden Regierungschef und zum Landesparteichef des damaligen BZÖ auf.

Nach einem Jahr als Kärntner BZÖ-Chef realisierte Scheuch Ende 2009 eine vorerst öffentlich dementierte, aber hinter den Kulissen längst angestrebte Rückkehr der Orangen in die "freiheitliche Familie".
BZÖ-Landesparteitag; Parteiobmann Uwe Scheuch (Bild: APA / Eggenberger)
"News" deckte "Part of the game"-Affäre auf
Bereits im Jänner 2010 wurde er allerdings von der "Part of the game"-Affäre eingeholt. Das Nachrichtenmagazin "News" veröffentlichte das Gespräch zwischen Scheuch und einem damaligen Parteifreund, bei dem über die "Rahmenbedingungen" für einen russischen Investor gesprochen wurde.

Seither sah sich der FPK-Politiker immer wieder mit Fragen nach seiner Rolle in der Affäre konfrontiert. Während Parteifreunde - wie etwa sein Bruder Kurt - gerne von "Politjustiz" sprachen, betonte Scheuch bis zuletzt, dass er ein "faires Verfahren" erwarte, wobei er bis zuletzt von seiner Unschuld überzeugt war.
Kommunikativ, verbindlich, aber "mit Ellbogen"
Scheuch gilt als kommunikativ und im Ton verbindlich, aber beinhart in der Sache und durchaus auch dem Gebrauch der Ellbogen zugeneigt, wenn es mit Machtzuwachs verbunden ist. Kritiker werfen ihm gelegentlich "Herrenbauern-Mentalität" vor.

Scheuch ist verheiratet und Vater eines Sohnes und einer Tochter.
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