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MI | 11.04.2012
Wartende Asylwerber (Bild: APA/Eggenberger)
Symbolbild
CHRONIK
Aspis: Erschwerte Betreuung von Gewaltopfern
Aspis, kürzlich mit dem Bruno-Kreisky Preis für Menschenrechte ausgezeichnet, betreut derzeit 150 Personen. Dem Verein wurde allerdings ein Gutteil der Fördermittel gestrichen und der Zugang zu Flüchtlingsquartieren untersagt.
Verein für Viele unbequem
Aspis macht sich für Gewaltopfer stark, zum überwiegenden Teil sind das Flüchtlinge und Migranten, die durch Vertreibung, Tod von Angehörigen, Folter, Krieg und Vergewaltigung traumatisiert sind, sagt Klaus Ottomeyer, Gründer des Vereins Aspis.
Klaus Ottomeyer (Bild: ORF/Kopeinig)
Ottomeyer ortet einzigartiges Phänomen in Kärnten.
"'Kasernenprinzip' als zusätzliche Belastung"
Das und der kritische Geist machen Aspis für Viele unbequem. Für das Flüchtlingsreferat des Landes etwa, das die Förderung des Vereines vor einem Jahr gestrichen hat und die Betreuung der Flüchtlinge direkt im Quartier verhindert, sagt Klaus Ottomeyer.

"Es gibt ein Betretungsverbot der Quartiere für Helfer und NGO’s [Non-Governmental Organization = Nichtregierungsorganisation, Anm.] in Kärnten. Das hat zuletzt ja auch den Verein Vobis getroffen, der dort einen super, kostenlosen Sprachunterricht angeboten hat. Dieses Kasernenprinzip ist einzigartig im Land Kärnten. Es stellt eine zusätzliche Belastung und Isolierung der Flüchtlinge in Kärnten. Das hat leider mit diesen Zusatz-Schädigungen ganz viel zu tun", so der Sozialpsychologe.
Erfolgreiche Hilfestellung bei Integration
Die Flüchtlinge müssen zur Therapie anreisen, die Fahrtkosten werden über EU-Förderungen ersetzt. Der Verein bemüht sich, seinen Klienten bei der Integration zu helfen, sobald ein positiver Asylbescheid da ist und hat dabei Erfolg.

Aspis wird nicht müde darauf hinzuweisen, dass Arbeitsverbot, die Unterbringung auf engstem Raum, Isolation und fehlende Integrationsprojekte in Kärntens Asylpolitik immer noch Alltag sind.
Grüne fordern Rückkehr zu Landesförderung
Die Grünen fordern, dass der Verein Aspis wieder vom Land gefördert wird. Die Mitglieder leisten Integrationsarbeit von unschätzbarem Wert, sagte Grünen-Sprecher Rolf Holub.
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