Kärnten ORF.at
MI | 11.04.2012
Universität, Rektor Günther Hödl (Bild: ORF Kärnten)
Universität
Rektor Hödl an Krebs gestorben
Das überraschende Ableben des Klagenfurter Universitätsdirektors Günther Hödl hat für zahlreiche Beileidsbekundungen gesorgt. Hödl ist am Donnerstag im 65. Lebensjahr an Lungenkrebs gestorben.
Hödl hinterlässt schmerzliche Lücke
Landeshauptmann Jörg Haider (BZÖ) würdigte Hödl als Reformer im Bildungsbereich. Hödl war auch Partner des Landes beim Aufbau der technischen Studiengänge.

Kulturreferent Martin Strutz (BZÖ) würdigte Hödls Engagement in der Kultur. Er sei immer offen für neue Ansätze auf der Uni gewesen.

Landeshauptmannstellvertreter Peter Ambrozy (SPÖ) sagte, er habe einen persönlichen Freund, Kärnten eine große Persönlichkeit verloren.
Großes Bedauern
Betroffen zeigte sich auch die ÖVP-Kärnten. Das überraschende Ableben des Historikers sei nicht nur ein schwerer Schlag für die Hinterbliebenen, sondern auch ein Verlust für den Wissenschaftsstandort Kärnten.

Großes Bedauern löst das frühe Verscheiden des Rektors bei den Kärntner Grünen aus. Er sei in vieler Hinsicht ein außergewöhnlicher Rektor gewesen.
Rektorenkonferenz würdigt Hödls Verdienste
Die Nachricht vom Tode des Rektors hat bei der Österreichischen Rektorenkonferenz Betroffenheit ausgelöst. Hödl habe sich in der Rektorenkonferenz große Verdienste erworben, heißt es in einer Aussendung.

Hödls Fachkenntnis als Historiker und seine  Fähigkeiten als Führungskraft, vor allem sein herzliches und ausgleichendes Wesen würden stets in Erinnerung bleiben.
Geboren in Niederösterreich
Univ.-Prof. Günther Hödl wurde am 17. Juni 1941 in Stockerau (NÖ) geboren und hat 1964 an der Universität nach einem Studium der Geschichte, Germanistik und Theaterwissenschaften promoviert.
Seit 1974 an Uni Klagenfurt
1974 wurde ihm die Lehrbefugnis als Universitätsdozent erteilt. 1976 erfolgte die Ernennung zum Ordentlichen Universitätsprofessor für Geschichte des Mittelalters und Historische Hilfwissenschaften an der Universität Klagenfurt
1. Amtszeit: Festigung der Studienrichtungen
Hödls erste Amtszeit als Rektor (1979 bis 1983) stand im Zeichen der Konsolidierung der eingerichteten Studieneinrichtungen, der nationalen und internationalen Öffnung der Uni Klagenfurt, der Verstärkung der Öffentlichkeitsarbeit sowie der Bilanzierung der Aufbauarbeit zum zehnjährigen Jubiläum im Jahr 1980.
2. Amtszeit: Diskussion um neue Gliederung
Die zweite Amtsperiode (1997 bis 1989) war geprägt von den ersten Maßnahmen zum Zubau, der Sicherung der neuen zukunftsorientierten Studieneinrichtungen "Angewandte Betriebswirtschaftslehre" und "Angewandte Informatik" sowie dem Beginn der Diskussion um die Gliederung der Universität in Fakultäten, die 1993 erfolgte.
3.Amtszeit: Alpen-Adria-Universität Klagenfurt
Vor zwei Jahren wurde der Vorstand des Institutes für Geschichte überraschend ein drittes Mal zum Rektor gewählt. Er engagierte sich stark für die Internationalisierung der Uni, die schließlich in Alpen-Adria-Universität Klagenfurt umbenannt wurde.

Im vergangenen Jahr wurde mit der Einrichtung von sechs zusätzlichen technischen Lehrstühlen begonnen, dabei erhielt die Universität finanzielle Unterstützung vom Land Kärnten.
Alpen-Adria-Preis
Hödl war Träger des Österreichischen Ehrenkreuzes für Wissenschaft und Kunst I. Klasse und er war Mitglied der Europäischen Akademie der Wissenschaften und Künste.

Ausserdem war Hödl wissenschaftlicher Mitarbeiter mehrerer Kärntner Landesausstellungen wie zuletzt "Schauplatz Mittelalter" im Jahr 2001 in Friesach.

Im vergangenen Jahr wurde er mit dem Alpen-Adria-Preis ausgezeichnet.
Diagnose im Frühjahr: Krebs
Im Frühjahr dieses Jahres musste Hödl ins Krankenhaus eingeliefert, die Diagnose lautete auf Lungenkrebs. Seither führte Vizerektorin Petra Hesse die Amtsgeschäfte. Vergangene Woche musste er erneut ins Spital.

Am Donnerstagabend ist Hödl seinem Krebsleiden erlegen. Er hinterlässt eine Frau und zwei erwachsene Kinder.
Baldige Ausschreibung
Mit einer "aktiven Trauer" um den verstorbenen Rektor Günther Hödl will die Universität Klagenfurt ihren Betrieb weiterführen, kündigte Vizerektorin Petra Hesse am Freitag gegenüber der APA an.

Eine Neuausschreibung für den Posten soll "so früh wie möglich" stattfinden. Hesse: "Wir wollen nun im Sinne des verstorbenen Rektors weiterarbeiten." Derzeit berät der Senatsvorsitz und der Universitätsrat über den weiteren Fahrplan für die Rektorennachfolge.

Bereits im Frühjahr hatte Hesse auf Grund der schweren Erkrankung Hödls die Amtsgeschäfte im Sinne der Rektoratsgeschäftsordnung übernommen.
Ganz Österreich
Kärnten News

 
TV-Programm TV-Thek Radio Österreich Wetter Sport IPTV News