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MI | 11.04.2012
Gerhard Seifried, SPÖ, Bürgermeister Wolfsberg (Bild: LPD Bodner)
POLITIK
Wolfsberger Bürgermeister tritt zurück
Der Wolfsberger Bürgermeister Gerhard Seifried (SPÖ) hat am Donnerstag seinen Rücktritt per 31. März angekündigt. Über seine Gründe schwieg er, meinte nur, "ich verbeiße mir jede Bemerkung über den Zustand von Kärnten".
Mitarbeiter und Medien eingeladen
Seifried lud für Donnerstagvormittag zu einer Pressekonferenz mit dem Titel "1998 bis 2011, ich kündige".

Er hatte die Mitarbeiter der Stadtgemeinde Wolfsberg in den Festsaal eingeladen, etwa 100 folgen dieser Einladung am Donnerstag. Sie begrüßten ihn mit Applaus. Seifried bedankte sich bei ihnen und jenen, die ihn drei Mal als Bürgermeister wählten.
Dank an Wähler und Mitarbeiter.
"Gehe ohne Sicherheitsnetz"
Seifried: "Es ist nur wenigen vergönnt, die Geschicke ihrer Heimatstadt als Bürgermeister mit zu gestalten. Ich kann Ihnen sagen, es ist eine tolle Aufgabe. Doch nun ist es an der Zeit, ich stelle mein Amt mit 31. März 2011 zur Verfügung, ohne Wehmut. Ich kündige."

Seifried kündigte mit keinem Wort an, was er für die Zukunft plane. Nur, dass er in Wolfsberg weiterhin wohnen wolle. Er könne sich Vieles vorstellen.

Seifried: "Sie wissen, ich komme aus dem Journalismus. Ich bin damals quer eingestiegen, nun steige ich quer aus. Ich gehe ohne Sicherheitsnetz, kein Rückkehrrecht in den ORF, keine Politikerpension. Ich empfand mich selbst nie als Politiker im engeren Sinn, sondern als Journalist, der zum Stadtchef gewählt wurde."
"Konnte nichts mehr bewegen"
Der 49-Jährige sagte, er habe mehrmals Angebote abgelehnt, in die Landesregierung zu wechseln. Er habe sein Amt als Bürgermeister voller Begeisterung angetreten, die Aufgabe sei jedoch sehr fordernd, man verbrauche sich.
Seifried: "Ich hatte auch nicht mehr den Eindruck, für Wolfsberg noch wirklich etwas bewegen zu können."
"Nachtreten war noch nie mein Ding."
Blau und Schwarz machten Regieren schwer
Als Seifried in Wolfsberg begann, hatte die SPÖ 16 Sitze im Gemeinderat, nach der nächsten Wahl waren es 22, nun sind es nur noch 15. Er wurde zwar zum dritten Mal direkt gewählt, seine Partei verlor aber massiv.

Blau und Schwarz machten ihm zuletzt das Regieren schwer. Seifried: "Ich blicke in Dankbarkeit zurück, nachtreten war noch nie mein Ding. Aus diesem Grund verbeiße ich mir auch jede Bemerkung darüber, in welcher Verfassung sich das Bundesland Kärnten heute befindet."

Seifrieds Abschiedsworte: "Eine kleine Bitte habe ich noch zum Schluss: ich ersuche, von der Bezeichnung 'Alt-Bürgermeister' abzusehen."
Neuwahl vor dem Sommer möglich
Wann ein Nachfolger gekürt wird, steht noch nicht fest, nach der Gemeindeordnung sind Bürgermeisterwahlen "ehestmöglich" anzusetzen, es bedarf eines Regierungsbeschlusses und einer Verordnung, in der Stichtag und Wahltag festgelegt werden, zwischen diesen beiden Terminen müssen neun Wochen vergehen. Eine Neuwahl könnte sich noch vor den Sommerferien ausgehen.
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