Kärnten ORF.at
MI | 11.04.2012
Österreich-Flagge (Bild: fotolia/moonrun)
NATIONALFEIERTAG
Ein "Tag der Fahne"?
Auch nach 55 Jahren sind viele noch immer verunsichert, was am Nationalfeiertag eigentlich gefeiert wird. Oft heißt es, der "Tag der Fahne" oder der Abzug des letzten Besatzungssoldaten. Im Prinzip stimmen diese Antworten - aber nur zum Teil.
Neutralitätsgesetz wurde verabschiedet
Anlass für den Feiertag war die Verabschiedung des Neutralitätsgesetzes am 26. Oktober 1955. Damit wurde die Eigenständigkeit Österreichs bekundet. Der Beschluss, diesen Tag zu einem gesetzlichen Feiertag zu machen, fiel erst im Jahr 1966.
Der eigentliche "Tag der Fahne".
"90-Tages-Frist" endete am 25. Oktober
Warum sich dann der Ausdruck "Tag der Fahne" so hartnäckig hält? Der "Tag der Fahne" ist eigentlich der 25. Oktober. An diesem Tag im Jahr 1955 endete die Frist von 90 Tagen nach der Unterzeichnung des Staatsvertrages - jene Frist, in der der letzte Besatzungssoldat österreichischen Boden zu verlassen hatte. Am 25. Oktober 1955 waren die Schulen deshalb aufgefordert, die Fahnen zu hissen - daher der Ausdruck "Tag der Fahne".
FPÖ bestritt Existenz der österreichischen Nation.
Heftige Debatten vor Feiertagsbeschluss
Der 26. Oktober wurde erst elf Jahre nach dem Neutralitätsbeschluss zum gesetzlichen Feiertag erklärt. Dem Beschluss gingen heftige Debatten voraus: So hatten sich Vertreter der Wirtschaft gegen einen zusätzlichen arbeitsfreien Tag gewehrt. Letzlich wurde dieser aber dann doch von ÖVP und SPÖ beschlossen, die FPÖ votierte dagegen.

Die deutschnational orientierten Freiheitlichen - ihr Wortführer im Parlament war damals der Kärntner Abgeordnete Otto Scrinzi - bestritten die Existenz einer österreichischen Nation - deshalb auch deren Wortwahl "Staatsfeiertag" anstelle von "Nationalfeiertag".
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