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MI | 11.04.2012
Ulrichsberg (Bild: ORF Kärnten)
Symbolfoto
POLITIK
Mahnende Worte bei Ulrichsbergtreffen
Nach einem Jahr Pause fand Sonntagvormittag wieder das Ulrichsberg-Treffen statt. Erstmals seit 51 Jahren nicht mehr auf dem Ulrichsberg, sondern auf dem Zollfeld beim Herzogstuhl. Von den Festrednern gab es mahnende Worte.
Neuer Schauplatz wohl auch wegen des fortgeschrittenen Alters der Teilnehmer.
Kranzniederlegung wurde abgesagt
Auf dem Ulrichsberg wurde am Samstag die Kranzniederlegung wegen Unpassierbarkeit der Zufahrt abgesagt, die Haupt-Veranstaltung wurde (wohl auch wegen des fortgeschrittenen Alters der Teilnehmer) ins Tal verlegt. Laut Polizei waren 500 Menschen zu den Festlichkeiten gekommen.
Vermummte linke Demonstranten.
Polizisten gegen 30 Demonstranten
Auch der Hubschrauber war den ganzen Vormittag über im Einsatz. Die Polizisten mussten auch eine Demonstration mit rund 30 Leuten auf und neben der Klagenfurter Schnellstraße auflösen. Teilweise waren die linken Demonstranten vermummt. Erst als ihnen mit Strafen gedroht worden, ist haben sie ihre Gesichter gezeigt.
Tauschitz sah Tod als Mahnung.
Zukunft wurde gestaltet
Das Ulrichsbergtreffen sei eine Gedenkfeier, die nichts anderes im Sinn habe als das Gedenken aufrecht zu erhalten. "Wir wollen jenen Männer und Frauen gedenken, die nur eines im Sinn hatte - unsere Heimat zu verteidigen und damit unsere Zukunft zu gestalten", hielt LH-Stv. Uwe Scheuch (FPK) fest.

ÖVP Klubobmann Stefan Tauschitz sagte, der Tod müsse uns Mahnung sein. Er übte auch Kritik an Verteidigungsminister Darabos, der dem Bundesheer eine Teilnahme am Ulrichsbergtreffen untersagt hatte, weil es für ihn am rechten Rand angesiedelt sei.
Haupt: "Platz für das Gedenken."
Gallob fordert Anerkennung
Der Präsident der Ulrichsberggemeinschaft Rudolf Gallob, er ist auch eine der letzten noch lebenden Kriegsheimkehrer, hat bei seiner Rede von den Kritikern nur ein wenig Anerkennung für seine Generation verlangt. "Wir wollen kein Lob, sondern, was selbstverständilich ist, nicht verteufelt werden. Und das nur, weil wir in einen Kampf ziehen mussten, den wir nicht gewollt haben", erklärte Gallob.

Der Vizepräsident der Ulrichsberggemeinschaft Herbert Haupt meinte: "Jene, die aus dem Krieg gekommen sind, sind die authentischesten Zeugen für nie wieder Krieg. Der Ulrichsberg mit seinem schlichten Kreuz und seiner Tradition möge auch künftig allen Heimkehrern Platz für das Gedenken bieten", so Haupt.

Zu Mittag ging die Ulrichsbergfeier mit einer Kranzniederlegung beim Herzogstuhl zu Ende, es gab keine gröberen Zwischenfälle.
Waffen-SS-Abordnung mischte sich unter die Besucher.
In den 1990er-Jahre tausende Teilnehmer
Vor 20 Jahren waren noch noch zehn Mal so viele gekommen. Soldaten, die bei Kriegsende 20 waren und heute noch leben, sind mittlerweile 85 Jahre alt. Das Treffen war seit seiner Gründung im Jahr 1959 umstritten.

Dabei wollten die Teilnehmer bloß einmal im Jahr in einer Feierstunde dafür danken, den Krieg überlebt zu haben.

So gingen immer wieder Friedensappelle vom Ulrichsberg aus. Doch die Bilder von dem Treffen zeigten dann oft eine andere Seite. Unter den Abzeichen und Fahnen der Veteranen fanden sich immer wieder auch solche der Kameradschaft IV der Waffen-SS-Abordnungen internationaler SS-Verbände sowie einige von weit her angereiste Neonazis haben solche Eindrücke verstärkt und Vorwürfen Nahrung gegeben, auf dem Ulrichsberg würde NS-Nostalgie betrieben.
Gallob und Haupt als Festredner.
Haider-Rede sorgte für Aufsehen
In die Schlagzeilen geraten ist der Ulrichsberg im Jahr 1995, als Jörg Haider im Vorfeld des Treffens in einem Krumpendorfer Gasthaus eine Ansprache vor ehemaligen Mitgliedern der Waffen-SS hielt.

Eine Rede, in der er sein Publikum als Vorbild bezeichnete. Als anständige Menschen mit Charakter, die auch bei größtem Gegenwind zu ihrer Überzeugung stünden und ihrer Überzeugung bis heute treu geblieben seien. Die Waffen-SS war vom Nürnberger Gerichtshof als Teil der SS zu einer verbrecherischen Organisation erklärt worden.

Im letzten Jahr wurde das Treffen abgesagt, weil es im Vorfeld einen politischen Wirbel gegeben hatte. Ausgerechnet das Jubiläum zum 50. Treffen ist ausgefallen. Verteildigungsminister Darabos hat dem Bundesheer die Mitwirkung verboten, weil der damalige Obmann der Ulrichsberg-Gemeinschaft im internet Nazi-Devotionalien feil geboten hatte. Als Festredner sind diesmal Rudolf Gallob und Ex-Minister Herbert Haupt vorgesehen.
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