Kärnten ORF.at
MI | 11.04.2012
Wolfgang Auer-Welsbach (Bild:AvW)
JUSTIZ
Welsbach: Lieber Fußfesseln als Gefängnis
Der in Untersuchungshaft sitzende Wolfgang Auer von Welsbach wird den Antrag auf eine Fussfessel stellen - das hat hat sein Anwalt gegenüber der Austria Presse Agentur am Montag bestätigt. Der Antrag soll am 1. September eingebracht werden.
Hausarrest ab 1. September möglich
Der Chef der pleitegegangenen Kärntner Finanzgruppe AvW will die ab 1. September bestehende Möglichkeit auf elektronisch überwachten Hausarrest nutzen. Den 22 Seiten langen Antrag dazu will er am Mittwoch bei Haftrichter Josef Testin sowie der Staatsanwaltschaft persönlich abgeben.
Rechtsanwalt ist "guter Dinge", dass Welsbach bald mit Fußfessel in seine Villa zurück kann.
AvW-Anwalt: "Keine Fluchtgefahr"
Anwalt Sommer sieht bei seinem Mandanten weder Verdunkelungs- noch Tatbegehungsgefahr, auch Fluchtgefahr besteht aus Sicht des Advokaten nicht: "Auer-Welsbach ist familiär verwurzelt und hat auch auch nie irgendwelche Anstalten gemacht, eine Flucht vorzubereiten." Gesundheitlich gehe es Auer-Welsbach "grundsätzlich gut".

Der Rechtsvertreter ist "guter Dinge", dass Auer-Welsbach bald mit Fußfessel in seine Villa in Krumpendorf am Wörthersee zurück kann.
Haftprüfung für kommende Woche erwartet
Nach Antragstellung müsse der Haftrichter "unverzüglich" einen vorläufigen Bewährungshelfer bestellen, der dann Auer-Welsbachs Haus unter die Lupe nehmen und gemeinsam mit dem U-Häftling die Bedingungen, etwa "Wege des täglichen Lebensbedarfs", festlegen müsse. Sommer rechnet damit, dass die Haftprüfung bereits kommende Woche stattfindet.
Kein Kostenbeitrag für U-Häfltinge
Zahlen müsse Auer-Welsbach übrigens für die überdimensionale Armbanduhr nichts. Sommer: "Die 22 Euro pro Tag haben nur Strafgefangene zu leisten. Für U-Häftlinge ist kein Kostenbeitrag geregelt." Wobei Auer-Welsbach "natürlich bereit wäre, zu zahlen".
Justiz ermittelt wegen Betrug, Untreue und Steuerhinterziehung.
12.500 "Genussschein"-Geschädigte
Die Justiz ermittelt gegen Auer-Welsbach, für den die Unschuldsvermutung gilt, wegen Verdachts auf Betrug, Untreue und Steuerhinterziehung. Etwa 12.500 Personen sind über Genussscheine an dem Kärntner Finanzkonglomerat beteiligt, das im Mai diesen Jahres in die Pleite geschlittert ist. Die Anleger werden wahrscheinlich nur einen kleinen Teil ihres Investments wiedersehen.

Momentan sind die Masseverwalter gerade dabei, das noch vorhandene AvW-Vermögen - u.a. Aktien, Beteiligungen, Immobilien - zu veräußern. Eine Seeliegenschaft, ein Motorboot sowie eine Fahrberechtigung für den Wörthersee sollen nächste Woche den Besitzer wechseln.
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