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MI | 11.04.2012
Gipfelkreuz am Großglockner drohte abzustürzen (Bild: Andreas Pendl)
GROSSGLOCKNER
Gipfelkreuz in letzter Minute gesichert
Kurz nach Dienstagmittag wurde der Großeinsatz zur Sicherung des Gipfelkreuzes auf dem Großglockner erfolgreich abgeschlossen. Das rund 450 Kilogramm schwere Kreuz drohte abzustürzen, weil sich zwei von vier Ankerseilen gelöst hatten.
Ankerseile nach Blitzschlag gerissen.
Schwierige Wetterverhältnisse
Am Sonntag hatten Alpinisten festgestellt, dass das Kreuz, das von vier Stahlketten gehalten wird, nicht mehr sicher steht.

Die Bergführer vermuten, dass zwei der vier Ankerseile nach einem Blitzschlag mit nachfolgendem Sturm gerissen waren. Um zu verhindern, dass das Gipfelkreuz in Richtung Pasterze abstürzt, wurde Dienstagfrüh ein Team aus erfahrenen Bergführern aus Kärnten, Salzburg und Tirol zusammengestellt, das die Sicherung vornehmen sollte.

Aufgrund der unbeständigen Wetterlage war bis zuletzt unklar, ob der Hubschrauber starten würde können.
Video von der Gipfelkreuz-Sicherung

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Pasterze (Bild: ORF Kärnten)
In den kommenden Tagen soll das Kreuz endgültig verankert werden.
Befestigung in letzter Minute
Zu Mittag wurden die Männer schließlich auf den Glockner geflogen. Bergführer Jürgen Kanzian koordinierte den Einsatz von der Adlersruhe aus.
Er bestätigte gegenüber dem ORF Kärnten, dass der Einsatz erfolgreich verlaufen ist: "Das Gipfelkreuz steht wieder. Es wurde in allerletzter Minute befestigt. Die Wettersituation verschlechtert sich zunehmend. Es gelang uns nur sehr knapp, durch ein Nebelloch zum Gipfel zu fliegen und einen Flugretter abzusetzen, der dann das Kreuz beim Hubschrauber eingehängt und es schließlich wieder aufgestellt hat."

Das Provisorium wird bei besserem Wetter durch eine langfristig beständige Verankerung ersetzt.
Bereits zweimal umgestürzt.
Blitzschläge direkt ins Kreuz sehr häufig
Laut Peter Tembler, dem Wirt der Erzherzog-Johann-Hütte, ist das Gipfelkreuz des höchsten Berges Österreichs eine Besonderheit, weil es kein fixes Podest hat, sondern direkt im Fels steht. "Das macht es natürlich vergleichsweise instabil, ich glaube aber, dass in diesem Fall beim Blitzeinschlag auch ein Podest geborsten wäre."

Das Kreuz, das seit 1880 am Gipfel steht, wird sehr oft vom Blitz getroffen. "Die Energie wird dann über die Ketten und Anker in den Fels abgeleitet, diesmal hat es ihn regelrecht aufgesprengt", sagte Tembler.
Gipfelkreuz am Großglockner drohte abzustürzen (Bild: Andreas Pendl)
Andreas Pendl aus Kufstein kletterte Montagvormittag gemeinsam mit einem Freund über den Stüdlgrat auf den Großglockner und hat dieses Foto vom umgestürzten Gipfelkreuz geschossen.
Das Gipfelkreuz auf dem Großglockner ist am Wochenende übrigens bereits zum zweiten Mal umgestürzt, wie Tembler erzählte. 1999 wurde es anlässlich der damals bevorstehenden 200-Jahr-Feier der Erstbesteigung, die am 28. Juli 1800 stattgefunden hatte, vom Berg heruntergeholt und renoviert.

Das drei Meter hohe Metallgebilde war 1880 von Kalser Bergführern als Erinnerung an die silberne Hochzeit von Kaiser Franz Joseph und "Sisi" in mehreren Tagen auf den Berg geschleppt und aufgestellt worden.
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