Kärnten ORF.at
MI | 11.04.2012
Jörg Haider (Bild: ORF)
POLITIK
Bekam Haider fünf Millionen von Saddam?
Wie das Nachrichtenmagazin "profil" in seiner Montag erscheinenden Ausgabe berichtet, sollen Jörg Haider und der damalige Volksanwalt Ewald Stadler anlässlich eines Besuchs in Bagdad 2002 fünf Millionen US-Dollar von Saddam Hussein erhalten haben.
Haider und Stadler sollen Geld geteilt haben.
Dossier in englischer Sprache
Dies geht aus einem mit 22. Mai 2008 datierten Dossier des irakischen Innenministeriums, Abteilung für Innere Angelegenheiten und Sicherheit, hervor, das dem "profil" in arabischer Sprache und englischer Fassung eines Übersetzerbüros in Damaskus/Syrien vorliegt.
Wortlaut des brisanten Dokuments
"In collaboration with the Ministry of Foreign Affairs we investigated about two diplomatic persons from Austria: The first is called Dr. Jörg Haider, who occupies the position of prime minister in Kaernten area in Austria, and the second is called Edwald (sic!) Stadler, who has an important political status, and he is a prominent member of the liberal party in Austria.

They came to Iraq to visit Saddam Hussein from 03.05.2002 to 06.05.2002 to support Saddam Hussein and to act as an active agent for his policy in Europe. The investigation proved that the two gentlemen had received the amount of five million US Dollars from Saddam Hussein against their services to him. Edwald (sic!) Stadler received three million seven hundred and fifty thousand US Dollars, and Dr. Jörg Haider received the rest, which is one million two hundred and fifty thousand US Dollars."
Ewald Stadler im Nationalrat/11.12.09 (Bild: APA/Herbert Pfarrhofer)
Stadler: "Habe Saddam Hussein nie persönlich getroffen."
Stadler: Kein "gesichertes Faktenwissen"
Das Dokument wurde nach "profil"-Recherchen im Zuge der Aufarbeitung von Zahlungsflüssen der Ära Hussein erstellt. Gegenüber "profil" hält Stadler fest: "Ich habe Saddam Hussein nie persönlich getroffen, sondern nur mit Botschaftern und Ministern verhandelt."

Auf die Frage, ob Haider Geld genommen habe, entgegnete Stadler: "Wenn ich meine Fantasie anstrenge, kann ich zu allem Möglichen kommen. Doch ich habe kein gesichertes Faktenwissen. Ziel dieses Besuches war es, kranke irakische Kinder in Österreich medizinisch behandeln zu lassen, was auch geschehen ist. Wenn mir aber jemand 3,7 Millionen Dollar überweisen möchte, dann gebe ich ihm gerne meine Kontonummer bekannt", so Stadler ironisch.

Wie absurd dieser Bericht sei, zeige, dass dort auf ein Dossier "irgendeiner irakischen Stelle mit falsch geschriebenen Namen aus dem Jahr 2008 - also sechs Jahre nach dem Besuch im Irak und fünf Jahre nach dem Einmarsch der USA im Irak und zwei Jahre nach Husseins Hinrichtung - verwiesen" werde, so Stadler weiter. Auch sei es sehr seltsam, dass weltweit einzig und allein Geldflüsse des irakischen Regimes an Ewald Stadler und Jörg Haider behauptet werden, noch dazu über ein syrisches Übersetzungsbüro.
Zahlreiche Dokumente sichergestellt
Aktiengesellschaft ist in Liquidation
Der ehemalige persönliche Referent des verstorbenen Kärntner Landeshauptmanns Jörg Haider, Gerald Mikscha, hat im Jahr 2003 bei einem Treuhänder in Liechtenstein eine Ateia Aktiengesellschaft gründen lassen. Wie "profil" berichtet, befindet sich Mikschas Gesellschaft mittlerweile in Liquidation. Der ehemalige FPÖ-Bundesgeschäftsführer gilt derzeit als nicht auffindbar.

Bei dem betroffenen Treuhänder sind laut "profil" im Zuge der Ermittlungen in der Causa Kärntner Hypo Group Alpe Adria im Frühjahr zahlreiche Dokumente sichergestellt worden. Der Treuhänder sagte, dass er Haider "nie in meinem Leben begegnet" sei und "keine wie immer gearteten Geschäfts- noch sonstige Beziehungen" zu dem Kärntner Landeshauptmann unterhalten habe. Er bestätigt aber die Geschäftsbeziehung zu Mikscha
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