Kärnten ORF.at
MI | 11.04.2012
Reinhart Gaugg (Bild: APA/Robert Jäger)
LEUTE
Reinhart Gaugg strebt Privatkonkurs an
Einer der schillerndsten FPÖ-Politiker Kärntens steht vor dem Privatkonkurs: Reinhart Gaugg hat jahrelang gegen die FPÖ wegen einer "Parteipension" geklagt. Den Prozess verlor er, nun will der Ex-Politiker den Privatkonkurs.
Gaugg musste Ämter zurücklegen.
Politische Karriere endete nach "Alkofahrt"
Der auch als "Nazi-Buchstabierer" bekannt gewordene Gaugg war in seiner politischen Karriere vor acht Jahren über eine Autofahrt nach Wien gestolpert, bei der er alkoholisiert am Steuer seines Autos aufgehalten wurde.

Gaugg gehört zu den ersten Parteifreunden und Wegbegleitern Jörg Haiders, 1986 war er einer der Parteifreunde am Innsbrucker FPÖ-Parteitag, die Jörg Haider auf den Schultern zum Rednerpult trugen. Gauggs politische Karriere führte ihn in den Kärntner Landtag, auf den Sessel des Klagenfurter Vizebürgermeisters und in den Nationalrat.
Gaugg klagte mündliche Abmachung für "Pension" ein.
Prozess verloren: Eine Million Schulden
Sein geplanter Sprung in die Direktionsetage der Sozialversicherungsverbände misslang wegen der Alkofahrt. Es begann der Prozess gegen die FPÖ: Die FPÖ habe ihm für sein Ausscheiden aus allen Ämtern 10.000 Euro monatlich bis zum 60. Lebensjahr geboten. Die Zahlungen seien aber nach einem Jahr eingestellt worden, argumentierte Gaugg und klagte die mündliche Abmachung ein.

Der Verfahren ging bis zum Obersten Gerichtshof. Dort verlor Gaugg schlussendlich den Prozess, nach dem juristischen Debakel steht er nun mit mehr als einer Million Euro Schulden da.

Zuletzt hatte Gaugg für Aufsehen gesorgt, weil er sich 2009 für den Posten des BZÖ-Obmannes bewarb, die Partei nahm die Kandidatur allerdings nicht an.
Verhandlung im September
Gaugg will fünf Prozent der Schulden abzahlen
Wie 700 andere Kärntner pro Jahr, strebt nun auch der 57-jährige Ex-Politiker einen Privatkonkurs an. Fünf Prozent seiner Schulden will Gaugg dadurch in den nächsten sieben Jahren abdienen, Ende September soll darüber verhandelt werden. Stimmen die Gläubiger, darunter vor allem die Banken, zu, wäre Gaugg mit 65 Jahren wieder schuldenfrei.
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