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MI | 11.04.2012
Denkmal der Namen Villach (Bild: ORF/Petra Haas)
VILLACH
Neonazis beschädigten Opfer-Denkmal
Insgesamt 15 Mal wurde das "Denkmal der Namen" in Villach mit Namen von Nazi-Opfern beschädigt. Einige Schändungen wurden geklärt: Bei den Tätern soll es sich um fünf Burschen handeln, die in einer Neonazi-Gruppe engagiert sind.
Gemeinsame Arbeit führte zu den Tätern.
Video überführte die Täter
In den letzten Jahren wurden zahlreiche Zerstörungen und Beschädigungen von Denkmälern, die an die Opfer des Nationalsozialismus erinnern, in Villach begangen. Speziell das "Denkmal der Namen" gegenüber dem Museum wurde im Vorjahr und heuer mehrmals geschändet.

Nun konnten die Polizei und das Landesamt für Verfassungsschutz eine Tätergruppe ausforschen. Der Verein "Erinnern" unterstützte die Exekutive bei den Ermittlungen. Der Verein mit seinem Obmann Hans Haider tritt seit Jahren engagiert gegen die Verharmlosung von nazistischen Umstrieben auf.

Haider: "Die letzte wirkliche Schändung war im Februar 2010. Von dieser haben wir eine Videoaufzeichnung. Mit Hilfe dieses Videos ist gelungen, den Täter auszuforschen."
Zentrum in Villach St. Ruprecht.
Neonazi-Gruppe ausgeforscht
Insgesamt fünf Burschen im Alter von 17 bis 19 Jahren wurden ausgeforscht - Oberstufenschüler und Lehrlinge. Ein Jahr lang wertete die Polizei akribisch Spuren aus. Im Zuge dieser Ermittellungen wurde auch eine neonazistische Gruppe ausgehoben.

In einem so genannten Probenraum in Villach St. Ruprecht sollen dabei Flugblätter mit neonazitischem Inhalt, SS-Symbole, Hakenkreuzfahnen und Ähnliches sichergestellt worden sein.
Es wird Anklage wegen Sachbeschädigung und Wiederbetätigung erhoben.
Vereinsobmann über Nazi-Gruppe "verblüfft"
Von Seiten der Staatsanwaltschaft wird angemerkt, dass nach dem Abschlussbericht zwei Tätergruppen zur Anklage kommen sollen: sie Sachbeschädiger und jene - auch älteren Personen - die gegen das Verbotsgesetz verstoßen haben sollen.

Für Hans Haider ein brauner Sumpf. In den letzten Jahren habe es
mit 15, 16 Schändungen eine Systematik gegeben, die besonders 2009 merkbar war, so Haider. Man hätte schon blind sein müssen, um nicht ein politisches Motiv zu bemerken. Dass da eine Neonazi-Gruppe gleichzeitig ausgehoben wurde, habe sogar ihn verblüfft. Er habe mit einer so straffen Organisation nicht gerechnet.

Auf jeden Fall soll es für alle ein gerichtliches Nachspiel geben.
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