Kärnten ORF.at
MI | 11.04.2012
Sandro H. bei seiner Verhaftung (Bild: abc.com.py)
CHRONIK
Ermordete Zuhälter seine Freundinnen?
Sandro H., der Zuhälter aus Villach, der in Paraguay verhaftet wurde, hatte zwei Freundinnen. Eine davon war die seit 2006 verschwundene Michaela Grabner. Nun gibt es auch von der zweiten Frau kein Lebenszeichen mehr.
Die vermisste Michaela Grabner (Bild: www.michaelagrabner.at)
Grabner wollte ihren Zuhälter angeblich erpressen.
Wegen Mordes in Paraguay verhaftet
Seit 2006 wird die damals 23-jährige Michaela Grabner vermisst. Sandro H. (42) war ihr Zuhälter. Sie hatte ihn wegen diverser Straftaten erpresst, daraufhin verschwand sie spurlos. Alle Ermittlungen verliefen im Sand.

Nach einer Verurteilung wegen eines Mordkomplotts kam H. ins Gefängnis, er flüchtete bei einem Freigang, nach Paraguay. Vermutlich in Begleitung der jetzt 24-jährigen Prostituierten Natascha S.
Makler und Ehefrau ermordet
Vor einigen Tagen kam die Nachricht, H. wurde in Paraguay festgenommen. Er soll ein deutsches Ehepaar in der Kleinstadt Ypacarai mit Kopfschüssen ermordet haben. Er soll Interesse an einem Haus gezeigt haben und den Makler (69) und dessen Frau (40) ermordet haben. Überführt wurde er laut Medienberichten in Paraguay, als er mit einer Kreditkarte des Opfers Geld beheben wollte.
Hs Profil auf Facebook (Bild: Facebook) Zeitung: Anklage erhoben
Laut einer deutschsprachigen Zeitung in Paraguay soll bereits Anklage erhoben worden sein.

Demnach sei im Haus von Hs. Schwiegervater in Villa Mora nicht nur eine Waffe samt Munition, ein Schlagstock und eine schusssichere Weste gefunden worden sein, sondern auch Gegenstände, die dem deutschen Ehepaar gehört haben sollen.
Christine Grabner (Bild: ORF) Mutter von Michaela Grabner hofft noch
Eine kriminelle Karriere, wie sie ein Kärntner selten hinlegt, sagte Chefinspektor Manfred Dörfler von der Mordgruppe im Landeskriminalamt.

Dörfler: "Das ist ja einmalig, dass ein Kärntner Zuhälter in Paraguay einen Doppelmord begeht, dass er in Zusammenhang mit dem Verschwinden von zwei Prostituierten steht. Es gibt keine Lebenszeichen."

Jetzt wird über Interpol versucht, auch von österreichischer Seite an den Kriminellen heranzukommen. Für Christine Grabner, die Mutter der vermissten Michaela, brachte die Verhaftung eine Gefühl von Genugtuung.

Grabner: "Die Hoffnung fällt mir schwer, es steht in den Zeitungen, dass die Auslieferung nicht stattfindet, aber ich hoffe, die Justiz macht weiter. Ich würde gerne Gewissheit haben."
Chefinspektor Manfred Dörfler (Bild: ORF) Eltern erstatteten Vermisstenanzeige
Auch die Eltern der vermissten Natascha S. sind voller Sorge. Sie gaben eine Vermisstenanzeige auf, weil sich die Tochter seit Wochen nicht mehr gemeldet hatte, sagte Chefinspektor Dörfler.

Dörfler: "Wir werden die Behörden dort ersuchen, entsprechende Ermittlungen aufzunehmen um festzustellen, ob sie überhaupt dort war, ob sie noch dort ist und ob man an sie herantreten kann. Ob sie in Sicherheit und noch am Leben ist."

Nun beginnt ein langwieriger Prozess polizeilicher Zusammenarbeit zwischen Österreich und Paraguay.
Ganz Österreich
Kärnten News

 
TV-Programm TV-Thek Radio Österreich Wetter Sport IPTV News