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MI | 11.04.2012
Drogen (Bild: ORF.at)
KRIMINALITÄT
Neue Droge verbreitet sich auch in Kärnten
Eine neue und hochgefährliche Droge verbreitet sich rasant in Kärnten. Immer mehr Jugendliche werden durch das Amphetamin "Mephedron" suchtkrank. Hierzulande ist das Mittel noch legal.
Das Mittel wird geschnupft, geschluckt oder gespritzt.
Rasche Änderung des Gesetzes notwendig
Das Mittel wird, wie Heroin, geschnupft, geschluckt oder gespritzt. Das Fatale daran: Mephedron ("Meph") ist zwar in vielen Ländern längst verboten, in Österreich aber legal. Die Suchtgiftermittler fordern, dass sich das rasch ändert.
OP-Narbe (Foto: ORF) Die Droge verätzt den Körper
"Es fährt ab, und es geht rasend schnell, bis du auf 'Meph' bist", schilderte die 17 Jahre alte Sandra. "Das Mephedron brennt so stark, dass alles verätzt wird. Ich bin auch operiert worden wegen eines Eiterherds", erzählt Sandra.
Hochaggressive Jugendliche
Fünf bis zehn Kapseln pro Tag spritzte sich Sandra bereits nach ganz kurzer Zeit. Sie veränderte sich, erzählt ihre Mutter: "Die Kinder sind hochgradig aggressiv und gemein. Es ist egal, was rundherum passiert. Alles ist egal, auch wenn es im Kreis der Familie ist. Warum es erlaubt ist, es bringt die Kinder um."
Wolfgang Wladikar, Psychiater und Drogenspezialist
Kosten betragen einen Bruchteil von Kokain.
Langzeitwirkungen unbekannt
Sandra würde mit Mephedron gern aufhören, aber ihre Clique, und nicht nur die, ist versessen auf "Meph". Mephedron kostet mit zehn Euro pro Kapsel nur einen Bruchteil von Kokain. Die Nebenwirkungen des Kicks: schnelle Sucht, Gefäßschäden, verdickter Harn, Nierenschäden. Langzeitwirkungen sind noch nicht bekannt.

"In der klinischen Praxis erleben wir, dass die Substanz von sehr jungen Menschen konsumiert wird", Wolfgang Wladikar, Psychiater und Drogenspezialist.

"Wir haben Jugendliche im Alter von 16 oder 17 Jahren, die bereits abhängig sind und die Substanz spritzen", so Wladikar. "Es hat wohl sehr nachhaltige Folgen. Wir sehen, dass die Gefäße der Konsumenten sehr zerstört sind, über die Langzeitwirkungen wissen wir aber noch nicht viel."
Herbert Rogl (Foto: ORF)
Die Polizei ist machtlos.
Einfacher Zugang
Im Internet ist Mephedron leicht zu bekommen. Weil es legal ist, kann niemand etwas dagegen tun. Auch nicht die Polizei, sagte Herbert Rogl vom Landeskriminalamt. Beschlagnahmte Ware gibt es zuhauf, aber auch die ist im Moment legal.

"Wir plädieren natürlich auf ein Verbot von Mephedron. Bei uns unterliegt dies aber einer Entscheidung des Gesundheitsministeriums", erklärte Herbert Rogl.

Andere Länder reagierten schneller. In Nordeuropa, den USA, Großbritannien und Deutschland ist Mephedron verboten. Hierzulande prüft man noch.
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