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MI | 11.04.2012
Valentin Deutschmann, ÖVP (Bild: ORF)
CHRONIK
Valentin Deutschmann gestorben
Rekordbürgermeister Valentin Deutschmann ist tot. Er starb Samstagfrüh im 82. Lebensjahr. Deutschmann war 50 Jahre lang Bürgermeister von Grafenstein und damit österreichweit das Gemeindeoberhaupt mit den meisten Dienstjahren.
Bis 2008 Bürgermeister von Grafenstein
Seine politische Laufbahn beginn er in den 1950-iger Jahren in der Landjugend. 1958 wurde er Bürgermeister von Grafenstein. Ab 1962 kandidierte er mit einer Namensliste und erhielt seitdem immer die absolute Mehrheit in Grafenstein. Bei seiner letzten Wahl im Jahre 2003 erreichte er fast die Zwei-Drittel Mehrheit.

Ein Erfolg für ihn war der Bau der Volksschule Grafenstein in Zusammenarbeit mit dem berühmten Architekten Clemens Holzmeister. Im September 2008 legte er das Bürgermeisteramt aus gesundheitlichen Gründen zurück.

Danach übernahm sein Sohn Stefan, bis dahin Vizebürgermeister, die Amtsgeschäfte.
Seit 1993 mit Spenderherz gelebt
Für die ÖVP war Valentin Deutschmann von 1966 bis 1986 im Nationalrat. Er war auch Landesobmann des Bauernbundes. 40 Jahre lang vertrat er die Kärntner Bauern in der Landwirtschaftskammer, 15 Jahre war er Kammerpräsident.

Der größte Einschnitt im Leben von Valentin Deutschmann war wohl die Diagnose eines Herzmuskelschadens vor 17 Jahren. Er erhielt 1993 ein Spenderherz - und arbeitete weiter.
ÖVP: Deutschmann war Ausnahmepolitiker
"Valentin Deutschmann war in der ÖVP ein Ausnahmepolitiker", würdigten ÖVP-Chef Josef Martinz und Clubobmann Stephan Tauschitz den engagierten Kommunalpolitiker und jahrzehntelangen Kämpfer für die Bauernschaft.

Deutschmann engagierte sich auch jahrelang für Respekt gegenüber der Kärntner Minderheit. "Der Weg in die Zukunft heißt Toleranz" sagte Deutschmann aus Anlass seines 50-Jahr-Jubiläums als Grafensteiner Bürgermeister.
LH Dörfler: Immer fürs Miteinander gekämpft
Landeshauptmann Gerhard Dörfler (FPK) zeigte tiefe Betroffenheit über den Tod Deutschmanns. Dörfler sagte, er habe damit einen persönlichen Freund verloren. Deutschmann sei ein großer Politiker des Landes gewesen. In all seinen vielfältigen Funktionen habe er immer für Ausgewogenheit, fürs Miteinander und für ein gutes Kärnten gestanden und dafür gekämpft.

"Er war ein großartiger und überaus engagierter Mensch und Politiker", würdigte Dörfler Deutschmanns Menschlichkeit, sein vielfältiges Schaffen und seine zahlreichen Verdienste. Dörfler drückt seine große Anteilnahme der Familie und allen Angehörigen aus.
Gemeindebund: Pionier der Kommunalpolitik
Der Präsident des Kärntner Gemeindebundes, Hans Ferlitsch, zeigt sich betroffen: "Valentin Deutschmann hat es verstanden, die Menschen zusammen zu führen und nicht zu trennen. In den langen Jahren seiner Arbeit hat er immer den Menschen in den Mittelpunkt gestellt.

Durch seine Sachpolitik, abseits von jedem Populismus, habe er sich über alle Parteigrenzen hinweg große Anerkennung erworben, sdagte Ferlitsch. "Die positive Entwicklung der Marktgemeinde Grafenstein war untrennbar mit seiner Bürgermeister-Tätigkeit verbunden. Er war ein Pionier der Kommunalpolitik."
SPÖ: Politiker mit Handschlagqualität verloren
SPÖ-Landesparteivorsitzender Peter Kaiser sagte, Kärnten habe einen Politiker mit Handschlagqualität verloren. "Respekt und Anerkennung verdient Deutschmann für alles was er in der Kärntner Politik insbesondere für die Bauern mitbewegt und mitgeprägt hat", sagte Kaiser.

Das ganze Mitgefühl gelte jetzt der Familie des Verstorbenen.
BZÖ: Politisches Urgestein Kärntens
"Tief betroffen vom Ableben Valentin Deutschmanns" zeigte sich BZÖ-Bündnisobmann Josef Bucher. Deutschmann sei eine echte Persönlichkeit in der Kärntner Politik gewesen.

"Deutschmann war im positivsten Sinne ein politisches Urgestein Kärntens. Ein Politiker mit Handschlagqualität und dem Herz am rechten Fleck, der sein Wirken immer in den Dienst der Gemeinschaft gestellt hat.
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