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MI | 11.04.2012
Symbolfoto Notarzt (Bild: ORF/rubra)
SICHERHEIT
Neues Notfallsystem aus Kärnten
Eine Klagenfurter Firma hat ein neues Informationssystem für Notärzte und Spitäler entwickelt, das die Versorgung von Notfallpatienten beschleunigt. In Wien und Graz ist es bereits im Einsatz, in Kärnten wird noch verhandelt.
Lückenlose Informationskette
"Medea" heißt das System, das eine durchgängige Informationskette von der Alarmierung beim Roten Kreuz bis zur Abrechnung bei der Krankenkasse ermöglicht. Die Software wurde von der Klagenfurter Firma ilogs entwickelt.
Robuster Laptop als ständiger Begleiter von Rettungsteams.
Datenerfassung direkt am Notfallort
In das Programm werden alle medizinischen Daten gleich an jenem Ort, an dem der Notfall eingetreten ist, eingegeben. So werden zum Beispiel neben den persönlichen Daten des Patienten auch Symptome, Medikation und alle Erstmaßnahmen, die gesetzt wurden, erfasst.

Dafür ist der Notarzt mit einem besonders robusten Laptop ausgerüstet, der bei allen Rettungseinsätzen dabei ist. Das Gerät kann sogar ins Wasser fallen, ohne Schaden zu nehmen und verträgt auch große Erschütterungen.
Benutzerfreundlichkeit als zentrales Element
Die Herausforderung war, komplizierte Technologie benutzerfreundlich zu machen, sagte Projektleiter Franz Waldher.

"Wenn man so ein System entwickelt, ist es sehr wichtig, dass man dem Notarzt eine sehr einfache Möglichkeit gibt, Daten zu dokumentieren. Diese müssen dann auf einem sicheren, zuverlässigen Weg ins Krankenhaus gelangen", so der Experte.
Erleichterung des Verwaltungsablaufs.
Für Qualitätskontrolle der Ärzte entscheidend
Wurden alle Daten in das Informationssystem eingegeben, werden sie noch am Einsatzort an das Zielkrankenhaus gesendet. Wenn der Patient dort ankommt, wissen Ärzte und Schwestern bereits alles über den Notfall und sind für die weitere Behandlung optimal vorbereitet.

Notarzt Dieter Kopper: "Die ganze Datenaufnahme ist für die Qualitätskontrolle der Ärzte sehr wichtig, weil wir dadurch nachverfolgen können, was mit dem Patienten bisher passiert ist und wie es mit ihm weitergeht. Die aufgenommenen Daten können im Krankenhaus weiterverarbeitet werden. Schließlich können die Krankenkassen dann durch die E-Card die Daten für die Verrechnung übernehmen. Der Verwaltungsablauf wird dadurch wesentlich erleichtert."
Auch in Kärnten soll das Programm zum Einsatz kommen.
Erfolgreiche Anwendung in Wien und Graz
Bei einer Gegenrechnung von Anschaffungskosten und Lebensdauer kostet das System etwa zehn Euro pro Einsatz, sagen die Entwickler.

Bei der Wiener Rettung wird das System rund 800 Mal pro Tag verwendet. Auch in Graz ist es seit einem Jahr erfolgreich im Einsatz. In Kärnten wird über die Anschaffung noch verhandelt.
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