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MI | 11.04.2012
Rechner (Bild: ORF)
FINANZEN
Höchste Pro-Kopf-Verschuldung in Kärnten
Kärntens Budget für 2010 ist unter Dach und Fach. Sowohl bei dessen Höhe als auch bei der Zahl der Einwohner spielt Kärnten mit Tirol und Salzburg in einer Klasse. Kärnten hat allerdings die höchsten Pro-Kopf-Schulden.
Steigendes Defizit in allen drei Bundesländern
Ein Budgetvergleich der drei Länder zeigt: In allen drei Ländern steigt das Defizit im nächsten Jahr. Doch Kärnten hat mit Abstand die meisten Schulden.

Die Einwohnerzahlen im Vergleich: Salzburg 530.000, Kärnten 560.000 und Tirol 700.000. Die Budgets haben etwa den gleichen Umfang. In allen drei Bundesländern liegen die Ausgaben knapp bis deutlich über zwei Milliarden Euro.
Dobernig: Kein Grund zur Panik
Für Kärntens Finanzreferent Harald Dobernig (BZÖ) sind diese Eckdaten der Beweis, dass Kärnten nicht allein mit seinen Sorgen ist. Also kein Grund zur Panik oder Schwarzmalerei, ließ Dobernig am Freitag in einer Presseaussendung wissen.

Doch zwei markante Unterschiede unter den drei Ländern sprach Dobernig nicht an, nämlich die Gesamtschulden der drei Länder und deren Vermögen.

Zur Erinnerung: Die Gesamtschulden Kärntens belaufen sich derzeit auf 2,2 Milliarden, im nächsten Jahr rund 2,5 Milliarden Euro.
Vergleich mit Salzburg und Tirol
Tirol hat derzeit einen Schuldenstand von insgesamt rund 200 Millionen Euro. Im Bundesländervergleich liegen die Tiroler damit hinter Oberösterreich und Vorarlberg an drittbester Stelle. Im Budgetjahr 2010 wird der Schuldenstand allerdings auf 285 Millionen ansteigen. Um die Gesamtausgaben von 2,7 Milliarden Euro zu finanzieren, muss das Land neue Kredite im Ausmaß von 139 Millionen Euro aufnehmen. Gleichzeitig zahlt Tirol aber 54 Millionen Euro an Schulden zurück. Das Familiensilber bleibt weiterhin unangetastet. Das Land ist unter anderem Alleineigentümer des Energieversorgers TIWAG und der Hypo Tirol Landesbank. Auch die Wohnbauförderung gehört zur Gänze dem Land. An einen Verkauf denkt die Regierung derzeit nicht.

2,2 Milliarden Euro beträgt das Budget des Landes Salzburg im kommenden Jahr. Trotz des drastischen Sparkurses werden die Schulden mit Ende 2010 dennoch - um rund 100 Millionen Euro - auf 600 Millionen Euro steigen. Hätte man weitergemacht wie bisher, wäre der Schuldenberg in den kommenden zwei Jahren auf eine Milliarde Euro angewachsen. Das sei nicht zu verkraften, hieß es seitens der Salzburger Landesregierung. In Salzburg sind Privatisierungen von Landesbeteiligungen nicht einmal Gesprächsthema. Das Land ist zum Beispiel Mehrheitseigentümer beim Energieversorger Salzburg AG, die auch Gewinne abwirft, obwohl sie einen defizitären Nahverkehrsbetrieb aufrecht zu erhalten hat. Auch die Auslagerung der Wohnbauförderung ist in Salzburg kein Thema. Hier wurde sogar der Anteil im Landesbudget auf 280 Millionen Euro erhöht.
Nettoneuverschuldung auch in Salzburg und Tirol.
Kärnten: 4.400 Euro Pro-Kopf-Verschuldung
Fazit: Jeder Vergleich hinkt zwar, aus Sicht Kärntens wird ein großes Krankenhaus gebaut, es gibt den Zukunftsfonds mit 500 Millionen Euro aus dem Hypo-Teilverkauf, andererseits sind die Wohnbauforderungen teilweise verkauft, auch die Kelag zu einem Großteil.

Alle drei Länder haben im nächsten Jahr eine Neuverschuldung eingeplant, Kärnten mit 255 Millionen Euro die höchste. Ein Grund dafür ist auch, dass Kärnten wegen seiner hohen Schulden auch den höchsten Zinsendienst hat.

Die Pro-Kopf-Verschuldung wird in Tirol bei 404 Euro liegen, in Salzburg bei 1.160 Euro und in Kärnten bei rund 4.400 Euro. Die beiden anderen Bundesländer könnten - wenn sie wollen - einen Großteil ihres Vermögens noch versilbern.
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