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MI | 11.04.2012
Lendhafen Klagenfurt_Lendspiel (Bild: Lendhauer/Gerhard Maurer)
Klagenfurt
Lendhafen soll "Brücke zur Welt" werden
Seit Jahrzehnten werden Pläne für die (Wieder-)Belebung des Lendhafens geschmiedet. Nun beschloss der Stadtsenat einstimmig die sanfte bauliche Revitalisierung. Das kulturelle Programm steuert "Lendhauer" bei, der Startschuss erfolgt bei der "Langen Nacht der Museen".
"Die Lend" wird Ort, wird Kunst
Zehn Brücken überspannen "die Lend", wie der Kanal liebevoll von den Klagenfurtern genannt wird - ganz so, als handelte es sich bei der Wasserstraße um ein natürliches, nicht um ein künstlich angelegtes Gewässer. Diese Lend-Brücken, im Alltag "Durch- und Übergangsorte", werden nun im Rahmen der "Langen Nacht der Museen" zu echten "Orten" für die Kunst und - zumindest sieht das der Plan des Vereins "Lendhauer" vor - sollen durch die dargebotenen künstlerischen Interventionen auch "Brücken zur Welt" werden.

Zu diesem Zweck wird der Bereich vom Lendhafen bis zum Loreleisteg mit Theater, Licht-, Klang- und Videoinstallationen in einen "Erlebnisort" verwandelt. Jede der Brücken wird von einer Künstlergruppe bespielt.
Unterhaltung mit kritischem Impetus
Ein Blick in das Programm des Abends verspricht Unterhaltung mit intelligent-kritischem Impetus und lässt auch für die Zukunft der Lendhauer Kulturarbeiter Gutes erwarten: Die aktionistische Theatergruppe Vada etwa (zu sehen im Bereich "Steinerne Brücke") wird das Stück "Die widerstandslosen Heiligen" zur Aufführung bringen. Der Titel: "Eine Parabel über die Welt, wie sie gerade jetzt bei uns ist".
Kann die Kunst auch Menschen verbinden?
Flüchtlingschor singt "Kärntner Lieder"
Im Lendhafen selbst warten Architekt Hanno Kautz, "Breaded Escalope" und "Space Lab" mit Lichtinstalationen ("1.000 Lichter") und Performances ("No step") auf. Auch die Station "Rizzibrücke" lässt so einiges erwarten: Ein Chor afghanischer Flüchtlinge wird Kärntner Lieder (auf afghanisch und kärntnerisch) zur Aufführung bringen und fragt sich dabei: Kann die Kunst auch Menschen verbinden? Unter der Eisenbahnbrücke schließlich wird "GOTO" den Raum für sich okkupieren und "den Kärntnern aus der Seele sprechen".
Der Lendwurm wird zum "Schau-Platz"
Der "Lendwurm" wird nicht nur "Schauplatz" für die "Grenzkunst am Wasser" - eine Performance der Konse-Schauspielschüler - sein, sondern bildet darüber hinaus auch den "Schau-Platz" für die einzelnen Kunst-Stationen. Diese werden in regelmäßigen Abstanden von Lendhafen und Minimunus aus angefahren (von 18.00 bis 23.20 Uhr).
Vorspiel zum "Lendspiel" in der Langen Nacht
Diese ersten Intervention der "Lendhauer" nach der "Euro 08" bilden nur das "Vorspiel" zum eigentlich geplanten Lendhafen-Projekt: Mit der vom Stadtsenat beschlossenen Investition soll dieser zukünftig zu einem "echten Hafen" für die die Stadtbewohner und ein Umschlagplatz für nationale und internationale Kunst und Kultur und damit "Brücke zur Welt" werden.

Die Stadt stellt dafür laut Finanz- und Kulturreferent Albert Gunzer (BZÖ) 142.000 Euro für die bauliche Umstrukturierung bereit, 30.000 Euro extra gehen in die kulturelle Belebung, für die ebenfalls der Verein "Lendhauer" verantwortlich zeichnen wird.

Etwa vier bis fünf kulturelle Veranstaltungen, vor allem mit jungen Künstlern, sollen den Platz ab Mai 2010 beleben und ihn zu einem echten Ort der Begegnung machen.
Lendhafen Klagenfurt_Lendspiel (Bild: Lendhauer/Gerhard Maurer)
Bushaltestelle "Sponheimerstraße" wird in "Lendhafen" umgetauft.
Erste Baumaßnahmen eingeleitet
Noch im Oktober 2009 werden Strom, Wasser und Abwasser im Lendhafen installiert, bis Mai 2010 wird ein Pavillion mit Bühne und Gastrobereich errichtet, der in den Sommermonaten von Mai bis September geöffnet halten und vom Betreiber des "Lendcafes" betreut werden soll. Bewegliche Lichtinstallationen, skulpturale Sitzmöbel und eine WC-Anlage werden außerdem folgen.

Damit das "Kind auch einen Namen bekommt" werden die Stadtwerke mit der Umstellung auf den Neuen Busplan am 1. Jänner die Bushaltestelle "Sponheimerstraße" in "Lendhafen" umtaufen.
Lendhafen Klagenfurt_Lendspiel (Bild: Lendhauer/Gerhard Maurer)
Kultur- und Finanzstadtrat Albert Gunzer BZÖ) mit den "Lendhauern".
Einst einer der belebtesten Orte von ganz Klagenfurt.
Der Lendhafen - einst und jetzt
Der Lendhafen, der heute idyllisch und etwas zu ruhig den baulichen Abschluss des Lendkanals bildet, war einst einer der belebtesten Orte von ganz Klagenfurt. Und, einer der geschäftigsten: Im Lendhafen wurden jene Waren verkauft, die über die Wasserstraße vom Wörthersee aus in die Stadt transportiert wurden. Denn als "Transportweg" für Waren, Bau- und Heizmaterial war der 1527 von Kaiser Maximilian I in Auftrag gegebene, einst "Seegraben" genannt Kanal nämlich ursprünglich gedacht.

Heute ist jener Weg, der die Lend entlangführt, ein zentrales Naherholungsgebiet und mit seinen Bäumen und Tieren eine "grüne Lunge" - aber auch Flanier- und Sportmeile für Radfahrer, Inline-Skater und Läufer und, was besonders wichtig ist, Teil der "städtischen Identität" Klagenfurts. Man darf auf den Fortgang der Geschichte gespannt sein.
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