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MI | 11.04.2012
Wörthersee-Stadion, Hypo-Arena (Bild: ORF)
SPORT
Wörthersee-Stadion wird nicht rückgebaut
Eine Stunde lang haben am Mittwoch die Verhandlungen zwischen den Vertretern von Stadt, Land und Bund gedauert, dann ist die Entscheidung gefallen: Das Klagenfurter EM-Stadion bleibt in voller Größe erhalten.
Am Mittwoch hat sich Minister Darabos klar für eine Fertigstellung der Arena auf Kosten des Bundes ausgesprochen.
Bund übernimmt sämtliche Kosten für Umbau
Vertreter der Stadt Klagenfurt, des Landes Kärnten und des Österreichischen Fußballbundes hatten sich am Mittwoch bei Sportminister Norbert Darabos (SPÖ) getroffen.

Eine Stunde später bestätigte der Sportminister gegenüber dem ORF, dass die Hypo-Arena den Kärntnern in voller Größe erhalten bleibe. Er gab ein klares Bekenntnis zum Erhalt des Stadions mit einem Fassungsvermögen von 30.000 Zuschauern ab.

Klagenfurts Bürgermeister Christian Scheider (BZÖ) freute sich über den Verhandlungserfolg. "Schließlich sind wir von der alten Vereinbarung zwischen Bund und Scheucher über 10,6 Millionen weggekommen und konnten eine komplette Kostendeckung durch den Bund erreichen. Und die Landeshauptstadt muss kein zusätzliches Geld mehr fürs Stadion in die Hand nehmen" zeigte sich Scheider erleichtert.
Stadiongipfel (Bild: Stadtpresse/Burgstaller)
Das Verhandlerteam mit StR. Mertel, Vzbgm. Gunzer, LR Dobernig, Bgm. Scheider, Vzbgm. Mathiaschitz, ÖFB-Präsident Winter und Generaldirektor Ludwig (von links) mit Minister Darabos.
Die Kosten will der Minister aus dem Budget abdecken, das dem Ministerium für die EM-Stadien zur Verfügung steht.
Zustimmung des Finanzministers fehlt noch
"Als Sportminister bin ich gegen die Vernichtung von Infrastruktur. Das habe ich allen Beteiligten klargemacht. Das Stadion wird - vorbehaltlich der Zustimmung des Finanzministeriums - in voller Größe erhalten bleiben und als zweiter großer Standort für ÖFB-Länderspiele in Österreich zur Verfügung stehen", sagte Darabos nach dem Stadion-Gipfel.

Die Kosten wurden in dem Gespräch noch nicht definiert, da seitens der Stadt erst die Baufirma mit einer genauen Kostenschätzung beauftragt wird. "Wir werden in der kommenden Woche Detailgespräche mit der Firma Porr führen, um so schnell wie möglich die genauen Kosten für die Fertigstellung auf dem Tisch zu haben", sagte Scheider.

Dabei wolle man "sparen wo nur möglich": Wie viel der Endausbau der Arena tatsächlich kosten wird, könne er derzeit noch nicht genau sagen. Die Kostenaufstellung wird an den Sportminister übermittelt, der sich dann damit an Finanzminister Josef Pröll (ÖVP) wenden wird.
Wörthersee-Stadion, Hypo-Arena (Bild: ORF)
"Ein glücklicher Tag für Klagenfurt", sagte Scheider.
Scheider: Konsequenz hat sich ausgezahlt
Die anwesenden Landes- und Stadtpolitiker waren mit dem Ergebnis zufrieden, sie sprachen von einem guten Verhandlungserfolg. Bürgermeister Scheider wird jetzt vom zuständigen Sportstadtrat noch alle Kostenfragen zur Betriebs- und Infrastruktur und ausstehende Rechnungen prüfen lassen.

"Die konsequente Haltung der Stadt hat sich ausgezahlt und das lange Verhandeln nun ein wesentlich besseres Ergebnis für die Stadt gebracht, als die Gespräche zuvor ergeben haben", so Scheider.
Wörthersee-Stadion, Hypo-Arena (Bild: ORF)
Jährlich mindestens ein Länderspiel
Vizebürgermeisterin Maria-Luise Mathiaschitz (SPÖ) betonte, dass nun sofort ein Feststellungsverfahren für eine mögliche Umweltverträglichkeitsprüfung eingeleitet werde.

Finanzlandesrat Harald Dobernig (BZÖ) bezeichnete das Ergebnis des Stadiongipfels als "schönen Erfolg für Kärnten". Es sei ein Erfolg für Kärnten, da das Stadion in der jetzigen Form erhalten bleibt, ohne dass das Land einen weiteren finanziellen Beitrag leisten müsse. "Dafür verzichten wir auf den ursprünglich vereinbarten Mittelrückfluss in Höhe von fast fünf Millionen Euro", so Dobernig.

ÖFB-Präsident Leo Windtner war bei der Verhandlung dabei und garantierte gegenüber dem ORF nach der Sitzung, dass es in Klagenfurt künftig mindestens ein Länderspiel geben werde, vermutlich sogar zwei Spiele pro Jahr.
Grüne fordern UVP
Grünen-Sprecher Rolf Holub hingegen sieht keinen Grund zu jubeln. Er fordert eine Umweltverträglichkeitsprüfung, ein umfassendes Verkehrskonzept und einen entsprechenden Anrainerschutz. Außerdem müsse ein Nutzungskonzept für die nächsten 10 Jahre her, sagte Holub.
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