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MI | 11.04.2012
Steinbruch (Bild: ORF)
UMWELT
Land gegen Steinbruch-Bau am Krappfeld
Ein geplanter Steinbruch in Kappel am Krappfeld (Bezirk St. Veit/Glan) stößt auf Widerstand der Anrainer. Auch das Land will keine Genehmigung für das Projekt des Ebersteiner Unternehmens Neuper erteilen.
Am Donnerstag Protestkundgebung der Anrainer.
400 Unterschriften von Gegnern gesammelt
Mehrere 10.000 Kubikmeter Dolomit-Gestein sollen vom Windischberg am Krappfeld abgebaut werden. Vier Bürgerinitiativen machen jedoch gegen das Projekt mobil.

Nach ihren Angaben wurden bereits 400 Unterschriften gegen den Bau des Steinbruches gesammelt. Die Anrainer fürchten mehr Lärm und Lkw-Verkehr, am Donnerstag findet deswegen eine Protestkundgebung statt.
In diesem Gebiet ist seit einem Jahr ein Natura-2000-Schutzgebiet in Planung.
Scheuch: "Positive Widmung unmöglich"
Einwände gab es zuletzt auch von Naturschützern, weil an der Stelle, an der der Steinbruch entstehen soll, ein Natura-2000-Schutzgebiet geplant sei. Das hat Landes-Naturschutzreferent Uwe Scheuch (BZÖ) am Dienstag - zwei Tage vor der gewerberechtlichen Verhandlung - bestätigt und sich auf ein Nein zum Steinbruch festgelegt.

"Aus naturschutzrechtlicher und -fachlicher Sicht wird es dort unmöglich sein, einen Steinbruch und ein Abbaugebiet für Schotter oder etwas anderes zu entwickeln. Dementsprechend wird auch der Widmungswunsch und das Verfahren negativ beurteilt werden. Auch wenn in Wirklichkeit die Verfahren noch nicht abgehalten wurden, wissen wir, dass wir derartig sensible und einzigartige Lebensräume haben, dass es de facto unmöglich sein wird, dort ein positives Widmungsverfahren zu bekommen", so der Naturschutzreferent.

In dem Gebiet gebe es 15 Orchideenarten und schützenswerte Tiere, wie etwa den russischen Bären [Anm. d. Red.: eine Schmetterlingsart], sowie Buchenwälder.
Ein Schutzvertrag ist im Gespräch.
Verhandlungen mit Grundeigentümern laufen
Angepeilt sei ein 1.000 Hektar großes Schutzgebiet, größere gebe es nur im Gebirge, sagt Scheuch. Bis dahin muss aber noch mit den Grundeigentümern über einen Schutzvertrag verhandelt werden.

Sie sollen für die eingeschränkte Nutzung eine Abgeltung erhalten. Dabei gebe es jedoch noch Skepsis zu überwinden, ließ Scheuch durchblicken: "Es geht nur in Zusammenschau mit den Grundeigentümern. Deswegen gibt es auch noch keine endgültige Grenze. Ein großer Grundeigentümer ist ja auch die Kirche, die dementsprechend gefordert ist, Gebiete einzubringen."
Scheuch will Rückzug von Steinbruch-Projekt
Scheuch geht davon aus, das Natura-2000-Gebiet am Krappfeld im Herbst nominieren zu können.

Ob die Verhandlung über den umstrittenen Steinbruch trotz des Nein des Landes am Donnerstag stattfindet, ist offen. Scheuch jedenfalls empfiehlt dem Unternehmer, das Projekt zurückzuziehen.
Das Land solle rasch die Umwidmung zum Naturschutzgebiet vornehmen, fordern die Grünen.
Grüne drängen auf Naturschutzgebiet
Grünen-Sprecher Rolf Holub zeigte sich erfreut, über die Ablehnung Scheuchs und dass nun endlich das Natura-2000-Gebiet "Elsgraben/Mannsberg" finalisiert werde: "Bereits vor einem Jahr hat Scheuch dies verkündet, aber bis heute warten wir auf eine Gebietsverordnung."
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