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MI | 11.04.2012
Steinbruch (Bild: ORF)
Symbolfoto Steinbruch
WIRTSCHAFT
Kappel: Protest gegen geplanten Steinbruch
600 Anrainer protestieren gegen einen geplanten Steinbruch in Kappel am Krappfeld. Jetzt ist die Behörde am Wort. Das Projekt könnte schon wegen naturschutzrechtlicher Bedenken nicht genehmigt werden.
Sorge um Bausubstanz der Wohnhäuser
Lärm, Erschütterungen, vermehrter Lkw-Verkehr - davor haben die Anrainer Angst, die in den Dörfern in der Umgebung des geplanten Steinbruchs der Ebersteiner Firma Dolomit Sturm wohnen. Insgesamt haben sich 600 Haushalte dem Protest angeschlossen, heißt es von der Bürgerinitiative.

Es gebe in der Nähe bereits einen Steinbruch, sagt Hausbesitzer Walter Schaffer, Sprecher der Bürgerinitiative "Nein zum Neupersteinbruch". Er befürchtet massive Schäden in der Bausubstanz der Wohnhäuser: "Ein zweiter Steinbruch in unserer Nähe ist Horror hoch drei. Es wird für die alten Wohnhäuser Erschütterungen geben, die sie einfach nicht mehr aushalten. Bei der Überprüfung wurden aber nur Werte von neueren Häusern genommen."
Der Lkw-Verkehr sei der Bevölkerung nicht zumutbar, sagt Bgm. Martin Gruber.
Gruber: "Güterverkehr nicht zumutbar"
Mehrere 10.000 Kubikmeter Dolomitgestein soll vom Windischberg jährlich abgebaut und mit Lkw-Zügen weggebracht werden.

Ein große Manko des Vorhabens sei vor allem der Güterverkehr, sagt der Bürgermeister von Kappel am Krappfeld, Martin Gruber: "Die Lkw-Fahrten würden stark zunehmen. Das kann man der Bevölkerung nicht zumuten."
Naturschutzgebiet in der Region geplant
Aber auch die Naturschützer haben Einwände: Laut dem Leiter der Naturschutzabteilung des Landes Kärnten, Bernd Gutleb, würde ein Steinbruch einen zu großen Eingriff in das Landschaftsbild darstellen. Außerdem hätten an der Abbaustelle zehn Orchideenarten ihren Lebensraum. An dieser Stelle sei ein Natura-2000-Schutzgebiet geplant.
Projektbetreiber: "Vertrauen auf Behörde"
Der Projektbetreiber, die Dolimit Eberstein Neuper GmbH, zeigt sich gelassen. Geschäftsführer Gerold Neuper spricht von einem wirtschaftlich interessanten Steinbruch. Das Material würde später auch für den geplanten Ausbau der S37, der Klagenfurter Schnellstraße, verwendet werden.

Er vertraue aber auf die Entscheidung der Behörde, der Bezirkshauptmannschaft St. Veit, sagt Neuper. Diese werde man - wie immer sie ausfalle - akzeptieren.
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