Kärnten ORF.at
MI | 11.04.2012
Ein heftiges Gewitter (Bild: dpa/Hildenbrand)
UMWELT
Wetterforschung: Gewitter werden heftiger
Das Hagelunwetter am Dienstag hat eine Spur der Verwüstung verursacht. Für die Forschung steht fest, dass nicht mehr, sondern heftigere Gewitter über Kärnten niedergehen. Ein Grund sei die globale Erwärmung.
8.500 Hektar sind für Kärnten viel.
Landwirtschaft: 8.500 Hektar zerstört
Eine Spur der Verwüstung zog das Hagelunwetter am vergangenen Dienstag von Mittelkärnten bis ins Lavantal. 8.500 Hektar landwirtschaftliche Flächen wurden zerstört, sagte Hubert Gernig von der Österreichischen Hagelversicherung: "Betroffen waren vor allem Mais- und Getreideäcker und der Obstanbau. Im Bezirk Wolfsberg traf es hauptsächlich den Weinanbau."

Die Sachverständigen sind jetzt bei der Schadensaufnahme, 1.000 Schadensmeldungen hat es schon gegeben. Allein in der Landwirtschaft wird der Schaden aktuell auf 3,5 Mio. Euro geschätzt, verwüstete Wälder und Gebäudeschäden nicht eingerechnet. Die Aufräumarbeiten werden mehrere Wochen in Anspruch nehmen.
Erwärmung für stärkere Gewitter verantwortlich.
Gernig: Mehr Hagel durch Klimawandel
Die Aufzeichnungen der Hagelversicherung zeigen auf, dass die Gewitterschäden immer größer werden. Gernig: "Daraus geht hervor, dass die Intensität und Stärke der Gewitter immer größer wird. Vor allem werden auch die betroffenen Flächen immer größer. 8.500 Hektar, das ist für Kärnten enorm."

Generell ortete Gernig verstärkte Hagelschäden durch den Klimawandel: "Durch die globale Erwärmung wird die Intensität der Gewitter immer stärker. Nach langen Trockenperioden kommen Überschwemmungen, Stürme und Hagel, der immer intensiver wird." Vor allem für die Landwirte sei dann rasche Hilfe nötig.
Wald nach Hagelsturm (Bild: ORF)
"Supergewitterzelle" verantwortlich für große Schäden.
"Superzelle" wanderte 600 Kilometer
Parallel zur Bestandsaufnahme der Versicherungen untersucht die Wetterforschung, ob solche Unwetter tatsächlich Phänomene sind.
Von der Heftigkeit der Unwetter am Dienstag ist selbst Wetterforscher Matthias Binder vom Verein Skywarn Austria beeindruckt. Solche Schäden seien nur möglich, wenn die Wetterküche eine so genannte "Supergewitterzelle" braut. Binder: "Das war eine Superzelle und die hat leider solche Schäden mit im Gepäck."

Diese "Zelle" entstand im Gurktal und hatte eine Lebensdauer von sieben Stunden. In dieser Zeit war sie rund 600 Kilometer unterwegs, die Schadensspur zieht sich von Kärnten über die Steiermark nach Slowenien, Kroatien bis Ungarn und Serbien.
Hagelkörner auf Straße im Gurktal (Bild: ORF)
Schäden werden besser dokumentiert.
"Es gibt mehr Wind und viel mehr Hagel"
Auch Binter ortet weltweit eine Zunahme der Gewitterheftigkeit: "Es ist mehr Wind und viel mehr Hagel dabei. Mittlerweile gibt es auch in Österreich dokumentierte Tornados, man wird sich vermutlich darauf einstellen müssen."

Grund für die statistische Häufung von Gewitterschäden ist für Binter aber nicht nur die globale Erwärmung, sondern auch, dass Gewitterschäden nun generell besser dokumentiert würden.
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