Kärnten ORF.at
MI | 11.04.2012
Martina Steiner, ORF / Harald Scheucher, ÖVP (Bild: ORF)
Wahl 2009
Niederlage für Klagenfurts Bürgermeister
In Klagenfurt hat der seit zwölf Jahren amtierende ÖVP-Bürgermeister Harald Scheucher bei der Bürgermeisterwahl eine Niederlage erlitten. Christian Scheider (BZÖ) und SPÖ-Vzbgm. Maria-Luise Mathiaschitz kommen in die Stichwahl.
Entscheidung
zwischen BZÖ-Kandidat Scheider und SPÖ-Frontfrau Mathiaschitz.
Scheucher nicht in Stichwahl
Scheucher, der schon vor sechs Jahren die Stichwahl nur hauchdünn für sich entschieden hatte, rutschte am Sonntag an die dritte Stelle und kam nicht einmal in die Stichwahl. Damit verlor die ÖVP nach 36 Jahren den Bürgermeistersessel. Im Gemeinderat verlor die ÖVP 13 Prozent und muss einen Mandatssitz abgeben.

Christian Scheider erreichte bei einem Auszählungsgrad von 97 Prozent 40,68 Prozent der Stimmen, Mathiaschitz lag mit 24 Prozent knapp vor Scheucher mit 22,19 Prozent.
Christian Scheider, BZÖ (Bild: ORF) Scheider von Anfang an deutlich in Führung
Das Ergebnis hatte sich bereits nach wenigen ausgezählten Wahlsprengeln abgezeichnet, die Tendenz verstärkte sich mit zunehmendem Auszählungsgrad. Scheider lag von Anfang an deutlich in Führung, Mathiaschitz stets knapp vor Scheucher.

Scheider war über die Höhe seines Sieges selbst überrascht: "Ich habe mit einem guten Abschneiden gerechnet, aber dass es so deutlich wird, habe ich nicht geglaubt."

Als die beiden entscheidenden Themen sieht er den Verkauf der Gemeindewohnungen und der Stadtwerke, gegen die das BZÖ aufgetreten war. Er rechnet nun mit dem Sieg am 15. März, "auch wenn man nie ganz sicher sein kann".
Maria Luise Mathiaschitz, SPÖ (Bild: ORF) Beide Stichwahlkandidaten siegessicher
Sie habe mit diesem Ausgang gerechnet, so Mathiaschitz gegenüber der APA. Das Resultat bestätige die Umfragen, welche die SPÖ gehabt habe. Auch sie gab sich für die Stichwahl siegessicher: "Die Karten werden neu gemischt, und ich bin sicher, dass Klagenfurt in zwei Wochen das erste weibliche Stadtoberhaupt haben wird."

Dass die "Causa Wiedenbauer" das Wahlergebnis beeinflusst habe, ist für Mathiaschitz offensichtlich. Dennoch ist sie der Meinung, dass ein anderer Stil kein besseres Wahlergebnis ermöglicht hätte. "Ich bin nach allen Seiten hin offen und werde Lösungen über alle Grenzen hinweg suchen. Ich stehe für einen neuen politischen Stil", so Mathiaschitz.
Harald Scheucher, ÖVP (Bild: ORF) Scheucher: "Nehme Ergebnis in Demut an"
Scheucher sagte gegenüber dem ORF Kärnten, er habe ein weinendes Auge und nehme das Ergebnis in Demut zur Kenntnis. Der Trend des Landes habe auf Klagenfurt durchgeschlagen. "Ich wollte noch einige Jahre arbeiten, das müssen jetzt andere tun. Ich habe aber auch ein lachendes Auge, für mich beginnt ein neues Leben."

Er werde aus der Politik aussteigen und bleibe bis zur konstituierenden Gemeinderatssitzung im Amt. Er nehme die Verantwortung auf sich.
Andrea Wulz, Grüne (Bild: ORF) "Waren immer auf Seiten der Bürger"
"Unser Wahlerfolg hat sich abgezeichnet", sagte Andrea Wulz, die dies auf die "harte Oppositionsrolle" der Grünen zurückführt: "Es war eine 'Drüberfahrpolitik' und wir haben eigentlich immer aufgezeigt, dass wir auf der anderen Seite stehen – nämlich auf der Seite der Bürger."

Eine Wahlempfehlung für die Stichwahl in 14 Tagen werde sie nicht abgeben, meinte Wulz: "Die Wähler können selbst entscheiden."
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