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MI | 11.04.2012
Brückensprengung auf der A2 (Bild: APA/Eggenberger)
verkehr
Zwei Brücken auf der A2 gesprengt
Ein ohrenbetäubender Knall war am Samstag in weiten Teilen Veldens zu hören. Um 13.30 Uhr wurden auf der A2 zwei Brücken gesprengt. Seit fünf Tagen liefen die Vorbereitungen, für das Sprengteam war das Vorhaben eine große Herausforderung.
Schwierige Bedingungen
Gesprengt wurden die Autobahnbrücken V8/1 (Höhe Kröllweg) und V10 (Höhe Kranzlhofenstraße).

Besonders die Sprengung der längeren der beiden Brücken - sie ist 140 Meter lang - gestaltete sich schwierig: Nur einer der beiden Brückentragwerke wurde zum Einsturz gebracht.
Sprengung war Maßarbeit
Genauigkeit war hier gefragt, denn die beiden Brückenteile waren teils nur zehn Zentimeter voneinander entfernt, sagte Sprengmeister Franz Schuster. Über das zweite Brückentragwerk, das nicht gesprengt wird, wird während der Bauzeit der gesamte Verkehr fließen.

Etwa vier Sekunden hat die Fernsprengung gedauert. Pro Brückenstütze wurden acht Bohrlöcher angebracht, die Pfeiler wurden hintereinander gesprengt. Laut Sprengmeister wurde diese Vorgangsweise gewählt, damit die Brücken "wie ein Teppich nach unten klappen".
Brückensprengung auf der A2 (Bild: APA/Eggenberger)
Schuster ist mit dem Ergebnis der Sprengung zufrieden. Obwohl er schon jahrelange Erfahrung hat, sei er immer nervös, schilderte er im Interview mit ORF Kärnten-Redakteur Konrad Weixelbraun.
Sprengung wirtschaftlicher als Sanierung
Grund für die Sprengungen ist die Sanierung der Südautobahn. Die Sprengung der Brücken sei wirtschaftlicher und schneller als eine Sanierung, sagte Volker Höfer von der ASFINAG. 19 Millionen Euro werden in die Sanierung des insgesamt drei Kilometer lange Autobahnstückes zwischen Velden-Ost und Velden-West investiert.

Die Arbeiten sollen bis November abgeschlossen werden. Danach soll es für etwa 15 Jahre keine großen Baustellen mehr geben.
Staubwolke - Fenster und Türen schließen
Der Detonationsknall war weithin zu hören, auch die Staubentwicklung war beträchtlich. Den Bewohnern der umliegenden Häuser wurde im Vorfeld geraten, während der Sprengzeit und danach Fenster und Türen geschlossen zu halten.
Brücke nach der Sprengung (Bild: APA/Eggenberger)
Die 3.000 Kubikmeter Stahlbeton werden in den nächsten Tagen abtransportiert. Sechs Bagger stehen bereit, um die massiven Betonelemente zu zerkleinern.
Dörfler durfte roten Knopf nicht drücken
Die Sprengung rief auch Straßenbaureferent Landeshauptmann Gerhard Dörfler (BZÖ) auf den Plan. Er verabschiedete sich von der abschließenden BZÖ-Wahlkampfveranstaltung in Klagenfurt mit den Worten "Ich habe noch zwei Brücken zu sprengen". Sein Wunsch, den roten Knopf zu drücken, blieb ihm jedoch versagt.

Laut einem Bericht der Zeitung "Die Presse" untersagte das Arbeitsinspektorat die Aktion mit dem Hinweis darauf, dass die Auslösung einer Sprengung einem befugten Sprengmeister vorbehalten sei.
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