Kärnten ORF.at
MI | 11.04.2012
Walter Egger (Bild: ORF)
"99-Euro-Villa"
Gewinner war skeptisch: "Anrufen kann jeder"
Der Gewinner der am Dienstag verlosten "99-Euro-Villa" wollte dem Notar bei dessen Anruf zuerst gar nicht glauben: "Ich muss einmal daheim schauen, ob ich ein E-Mail bekommen habe, weil anrufen kann ja ein jeder".
99-Euro-Villa Verlosung in Klagenfurt (Bild: APA/Gert Eggenberger)
Als der Notar anrief, saß Egger gerade beim Zahnarzt.
"Habe noch nie etwas so Großes gewonnen"
Der Gewinner, der 50 Jahre alte Walter Egger, stammt aus St. Andrä im Gurktal. Egger, er ist geschäftsführender Gesellschafter eines Wohn- und Altenpflegeheims mit 25 Bewohnern in St. Andrä in der Gemeinde Weitensfeld, wusste auch vorerst noch nicht so genau, was er mit dem Gewinn machen werde.

Zuerst müsse er sich einmal mit dem Gedanken vertraut machen, von Fortuna ausgesucht worden zu sein: "Ich habe bisher noch nie etwas gewonnen, und jetzt gleich so etwas Großes, das kann ich kaum glauben."
Walter Egger mit Familie (Bild: ORF)
Gewinner Walter Egger (ganz rechts) zeigte sich zuerst noch skeptisch - dann stieß man im Kreis der Familie mit einem Glas Sekt an.

Mehr Bilder zum Gewinner der "99-Euro-Villa" sehen sie heute abend in ORF 2 in "Kärnten heute".
99-Euro-Villa Verlosung in Klagenfurt (Bild: APA/Gert Eggenberger)
Zahlreiche Journalisten drängten sich im Verlosungsraum, der für "Normalsterbliche" gesperrt war.
Was mit dem Gewinn passiert, ist noch unklar
Die fünfköpfige Familie - Egger hat mit seiner Frau zwei Söhne und eine Tochter - war am Nachmittag noch einigermaßen aufgeregt, einer der Söhne meinte gegenüber der APA: "Es ist momentan alles ein bisschen verwirrend". Was die Familie, zu der auch noch die Großeltern gehören, mit dem Luxus-Anwesen machen wird, ist noch offen. "Aber es wird sich sicher eine Verwendung finden", meinte der Sohn.

Sein Vater wurde indes von Interview zu Interview gereicht, das kleine Dorf St. Andrä oberhalb von Zweinitz hat mit Sicherheit noch nie einen derartigen Ansturm von Medienvertretern erlebt. Am Abend wollte man bei Eggers dann im Familienkreis ein wenig feiern, immerhin hat das gewonnene Haus laut Gutachten einen Wert von 836.000 Euro.
Los mit der Nummer 5.594 brachte Glück
Die ehemalige Miss Steiermark, Brenda Kuttnig, spielte am Dienstagnachmittag im Klagenfurter Cafe "Lustgarten" das Glücksengerl und zog Eggers Los mit der Nummer 5.594.

Die Ziehung begann mit der Tausenderstelle, die Zahlen wurden von Notar Stefan Lindner in Verpackungen von Überraschungseiern gesteckt. Danach ging es über die Hunderter- zur Zehner- und schließlich zur Einerstelle der Gewinnnummer.
99-Euro-Villa Verlosung in Klagenfurt (Bild: APA/Gert Eggenberger)
Brenda Kuttnig zog im Beisein der Hausbesitzerin Traude Daniel und ihrer Tochter Daniela Daniel-Gruber in einem Klagenfurter Kaffeehaus das 99-Euro-Nummernlos.
Beim Anruf des Notars saß der Gewinner gerade beim Zahnarzt.
"Ein Wahnsinn"
Die Ziehung selbst verlief unspektakulär und ohne Zwischenfälle - die Verständigung des Gewinners verlief dann allerdings mit einigen Hindernissen. Beim Anruf des Notars saß Egger gerade beim Zahnarzt. Als der Notar bei der angegebenen Telefonnummer anrief, meldete sich die Ehefrau des Gewinners. Lindner fragte nach dem Ehemann, seine Frau meinte, er sei gerade beim Zahnarzt.

"Ihr Mann hat ja bei einer Verlosung mitgemacht", meinte der Notar, woraufhin sie sagte: "Sie meinen jetzt aber nicht die Hausverlosung, oder?" Die Nachricht, dass man das Haus gewonnen habe, wurde mit "Ein Wahnsinn" quittiert.
Anrufe beim Zahnarzt blieben ergebnislos
Ein Anruf des Notars beim Zahnarzt war am dann vorerst ergebnislos verlaufen, Egger saß gerade im Behandlungssessel und konnte dort nicht weg. Wenig später erreichte der Notar den Sieger doch noch, der ohne große Emotion feststellte: "Das darf ja nicht wahr sein."
99-Euro-Villa Verlosung in Klagenfurt (Bild: APA/Gert Eggenberger)
Traumvilla wird verlost (Bild: ORF)
9.999 Lose zum Preis von je 99 Euro wurden verkauft.
Riesenandrang: 500.000 € rücküberwiesen
Die Besitzerin der Villa, Traude Daniel, hatte sich entschlossen, ihr Haus zu verlosen, nachdem sie beim Versuch, es regulär zu verkaufen, keinen adäquaten Preis erzielen konnte. So wurden 9.999 Lose zum Preis von je 99 Euro via Internet verkauft. Das Interesse übertraf die Erwartungen bei weitem, rund 15.000 Menschen zahlten den Lospreis ein. Jene Bewerber, die nicht zum Zug gekommen waren, erhielten ihr Geld zurück, insgesamt wurde eine halbe Million Euro rücküberwiesen.
Traumvilla wird verlost (Bild: ORF)
Die Traumvilla wurde für zwei Familien konzipiert.
"400 Quadratmeter sind zu viel geworden"
Vor der Verlosung wurde die Besitzerin interviewt. Dass ausgerechnet 9.999 Lose verkauft wurden, habe mehrere Gründe gehabt.
"Die Neun ist eine Glückszahl im Horoskop", erklärte sie. Zudem habe man sich natürlich auch ausgerechnet, wie viel man damit einnehmen würde. Gefragt, warum sie das Haus, das mehr als 400 Quadratmeter Wohnfläche aufweist, überhaupt verkaufen wolle, meinte sie: "Gerade wegen der 400 Quadratmeter".

Es sei für zwei Familien konzipiert gewesen, die eine sei jetzt immer seltener in Klagenfurt, und ihre Kinder seien ebenfalls aus dem Haus. Daniel: "Es ist einfach zu groß geworden."
Traumvilla wird verlost (Bild: ORF)
Verkauf ist rechtlich abgesichert und hat das Okay des Finanzministeriums.
Notar betonte: "Verlosung legal"
Notar Lindner sagte, es sei sehr schwierig gewesen, die ganze Geschichte abzuwickeln und rechtlich zu prüfen. Man habe auch das Placet des Finanzministeriums eingeholt, dass alles rechtens sei. Nun werden die rechtlichen Schritte abgewickelt, damit der neue Besitzer sein Haus auch übernehmen kann, ein erster Termin mit dem Notar wurde bereits vereinbart.
Mehrere Anzeigen bei der Staatsanwaltschaft
Die Form der Veräußerung hatte zahlreiche Kritiker auf den Plan gerufen. Es langten mehrere Anzeigen bei der Staatsanwaltschaft ein.

Der Notar verweist aber auf ein Gutachten, wonach das Haus der Familie Daniel 836.000 Euro wert ist. Die Einnahmen aus dem Losverkauf sind zwar höher, nach Abzug der Unkosten bleibe, so der Jurist, aber ein deutlich niedrigerer Betrag übrig. Daher sehe er rechtlich überhaupt keine Probleme.
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