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MI | 11.04.2012
Kellner (Bild: ORF Kärnten)
Symbolfoto.
JUGENDSCHUTZ
Hotelier nutzte Praktikantinnen aus
Bei einem Pflichtpraktikum sind vier oberösterreichische Schülerinnen von einem Kärntner Hotelier ausgenutzt worden: Trotz Jugendschutzbestimmungen sammelten die Mädchen mehr als 600 Überstunden an.
Befristetes Dienstverhältnis mit allen Rechten und Pflichten.
Unter 18 Jahren gilt der Jugendschutz
Im Rahmen ihrer Schulausbildung mussten die Mädchen ein zwölfwöchiges Pflichtpraktikum absolvieren, sie begannen ihren Dienst in Velden am Wörthersee. Arbeitsrechtlich ist so ein Praktikum als befristetes Dienstverhältnis mit allen Rechten und Pflichten zu sehen.

Weil alle vier Mädchen noch nicht 18 Jahre alt sind, gelten für sie die Schutzbestimmungen für Kinder und Jugendliche. Der Arbeitgeber hielt sich nicht daran: So mussten die Mädchen Überstunden leisten, insgesamt kamen mehr als 600 zusammen. Außerdem mussten sie auch nach 23.00 Uhr noch arbeiten, was für sie auch nicht erlaubt ist.
Intervention der Eltern half nicht
Als auch eine Intervention der Eltern die Arbeitsbedingungen nicht verbesserte, wandten sich die Mädchen an die Arbeiterkammer Linz und fragten nach, ob diese Arbeitsbedingungen für sie rechtens seien und bekamen Unterstützung.
Offene Ansprüche: Hotelier zahlte 7.400 Euro
Als sich die Arbeitszeiten auch nach einem schriftlichen Hinweis der AK an den Arbeitsgeber nicht änderten, wurden die Mädchen von ihren Eltern am Wörthersee abgeholt und das Praktikum vorzeitig beendet. Nach einer Intervention der Arbeiterkammer zahlte der Hotelier den Mädchen auch noch offene Ansprüche in der Höhe knapp 7.400 Euro nach.

Laut AK werden gerade in der Gastronomie Schutzbestimmungen oft nicht eingehalten. "Leider kommt es immer öfter vor, dass junge Leute bei ihren ersten Gehversuchen in der Arbeitswelt schamlos ausgenutzt werden", so AK-Präsident Johann Kalliauer.
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