Kärnten ORF.at
MI | 11.04.2012
Lawine (Bild: Polizei)
Umwelt/Wetter
Große Lawinengefahr in Oberkärnten
Seit Jahrzehnten hat es in Kärnten nicht mehr solche Schneemassen gegeben. Diese Schneemengen bedeuten mittlerweile auch höchste Lawinengefahr in Oberkärnten. Am stärksten betroffen sind das Gailtal und das Lesachtal.
Ertl: "Die Gefahrenstufe fünf ist von mir noch nie ausgegeben worden."
In Karnischen Alpen Gefahrenstufe fünf
Derzeit ist äußerste Vorsicht geboten - der Aufenthalt im freien Gelände in den Lawinengebieten könnte gefährlich werden, warnte der Chef des Lawinenwarndienstes in Kärnten, Wilfried Ertl. "In den Karnischen Alpen haben wir in den hohen Lagen die Gefahrenstufe fünf in der fünfteiligen europäischen Lawinengefahrenskala ausgegeben, weil dort Neuschneemengen von über zweieinhalb Meter gemessen wurden."

Wenn sich dieser Schnee dann noch verfrachtet, würden teilweise Schneehöhen von sieben oder acht Meter zusammenkommen, erklärte der Experte. "Die Gefahrenstufe fünf ist in meiner Schaffensperiode seit dem Winter 1999 von mir noch nie ausgegeben worden."
Schneemengen in Oberkärnten und Osttirol (Bild: APA)
In exponierten Lagen können große Lawinen die Verkehrswege verschütten.
Gefahrenstufe ünf gilt nur für freies Gelände
Von der Gefahrenstufe fünf sind keine Gebiete mit Häusern oder Siedlungen betroffen, sie gilt nur in freiem Gelände. "Bei der Gefahrenstufe vier treten hingegen vermehrt mittlere Lawinen auf, da können dann auch Häuser und Siedlungen betroffen sein. Mancherorts können auch große Lawinen auftreten, die dann exponierte Verkehrswege verschütten können", so Ertl.
Straßensperre (Bild: APA/Eggenberger)
Ertl glaubt, dass sich Situation in den nächsten Stunden beruhigen dürfte.
Bei Regen würde die Gefahr weiter ansteigen
Die Lawinenkommissionen tagen derzeit permanent rund um die Uhr und informieren die Bezirkshauptleute und die Bürgermeister über mögliche Gefahren, von denen auch Siedlungen und Straßen betroffen sein könnten.

Die Gefahren könnten sich noch verschärfen, wenn es jetzt örtlich zu regnen beginnen würde und die Schneedecke dadurch noch schwerer werden würde. "Momentan schaut es aber so aus, dass sich die Situation mit den nachlassenden Niederschlägen eher beruhigen wird", hoffte der Fachmann.
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