Kärnten ORF.at
MI | 11.04.2012
Eingeschneites Marterl (Bild: APA/Eggenberger)
Wetter
Seit 80 Jahren gab es nicht so viel Schnee
Jetzt haben es die Oberkärntner von den Metereologen auch schriftlich: So viel Schnee hat es seit 80 Jahren nicht mehr gegeben. 2.500 Haushalte sind ohne Strom, Schulen geschlossen, Straßen gesperrt und es herrscht große Lawinengefahr.
Feuerwehren, Kelag-Störungstrupps, Exekutive, Straßendienste und ÖBB-Mitarbeiter stehen derzeit im Dauereinsatz.
Zwei Meter Neuschnee in Oberkärnten
Zwei Meter Neuschnee sind in Oberkärnten in den letzten 48 Stunden gefallen - vorerst ist zwar ein Ende der Schneefälle in Sicht, doch zu Wochenbeginn entsteht ein weiteres Mittelmeertief und könnte wieder für Schneefälle sorgen.

In den Bezirken Spittal, Hermagor sowie in Teilen des Bezirks Villach Land haben die Schüler am Freitag schulfrei, auch die Kindergärten bleiben geschlossen. Die Lawinengefahr in den betroffenen Gebieten ist extrem hoch.
Feuerwehren im Dauereinsatz
In der Nacht wurden die Feuerwehren zu mehr als 60 Einsätzen gerufen, meist wegen umgestürzter Bäume. Auch einsturzgefährdete Dächer mussten abgeschaufelt werden. In Tröpolach musste das Dach der Veranstaltungsstätte vorbeugend abgestützt werden.
Schneefall (Bild: APA/Eggenberger)
Viele Autofahrer in Oberkärnten müssen ihren fahrbaren Untersatz unter den Schneemassen erst finden. An eine Fahrt ist vorerst meist nicht zu denken.
Die Schneemassen hindern die Monteure vielerorts daran, zu den kaputten Leitungen vorzudringen.
Hunderte Haushalte sind ohne Strom
Infolge der extremen Wettersituation gibt es in Oberkärnten nach wie vor Störungen der Stromversorgung. Im Laufe des Vormittages ist es den Monteuren der Kelag Netz GmbH aber gelungen, eine Reihe von Störungen zu beheben.

Freitagabend waren noch rund 500 Kundenanlagen ohne Stromversorgung, im unteren Gailtal, im Gitschtal, im oberen Drautal, im unteren Drautal, im Liesertal, sowie in den Karawanken. Die Stromversorgung in Maria Luggau wird erst am Samstag wieder hergestellt sein.

Die Monteure können oft nur mit großer Mühe zu den Schadensstellen vordringen. Die Kelag hat alle verfügbaren Monteure in den betroffenen Gebieten konzentriert, um die Störungen möglichst rasch zu beheben.

"Wenn im Laufe des Nachmittags nicht neue Störungen auftreten, sollte es unseren Mannschaften gelingen, die meisten Störungen bis zum Abend zu beheben. Wir ersuchen die betroffenen Kunden um Verständnis", sagte Betriebsleiter Ignaz Hübl.
Dachabschaufeln (Bild: APA/Eggenberger)
Franz Guggenberger, Bgm. Lesachtal (Bild: ORF)
Franz Guggenberger
Lesachtal weiterhin abgeschnitten
Im Lesachtal selbst hat es in der Nacht knapp 70 Zentimeter geschneit, zu Vorfällen sei es aber nicht gekommen, sagte Bürgermeister Franz Guggenberger bei Tagesanbruch im Telefoninterview mit dem ORF.

"Wir warten ab, bis es heller wird, dann wird die Lage erneut beurteilt - wo wir mit Räumungsarbeiten beginnen können. Zuerst werden die Ortsbereiche geräumt, hier sind einige Fahrzeuge bereits unterwegs. In den durch Lawinen gefährdeten Bereichen muss die Lage erst beurteilt werden."
Straßensperre (Bild: BFKdo Hermagor/Jost)
Zahlreiche Straßen in Oberkärnten - im Bild die Nassfeldstraße (B90) - sind wegen der nach wie vor anhaltenden Schneefälle gesperrt.
Durch die weiter anhaltenden Schneefälle ändert sich die Verkehrslage von Stunde zu Stunde.
Straßensperren in ganz Oberkärnten
Zu Verzögerungen kommt es nach wie vor auf den Straßen. Kärntens Autobahnen seien allerdings seit den Morgenstunden "komplett schneefrei", meldete die ASFINAG. 49 Fahrzeuge und 126 Mitarbeiter hätten in den letzten beiden Tagen und Nächten für die Befahrbarkeit der Kärntner Strecken gesorgt, so ein ASFINAG-Sprecher.

Gesperrt wurden die Gailtal Straße (B111) im Lesachtal zwischen Kötschach in Kärnten und Kartitsch in Osttirol. Weiters die Plöckenpass Straße (B110) zwischen Kötschach und Oberdrauburg über den Gailberg und zwischen Kötschach und dem Grenzübergang Plöckenpass, der Wurzenpass (B 109) und das Nassfeld (B90).

In der Teuchl im Mölltal hat eine Lawine die Straße verlegt. 100 Menschen sind voraussichtlich bis nach dem Wochenende von der Außenwelt abgeschnitten. Auch in der Umgebung von Mallnitz wurden mehrere Straßen gesperrt, beispielsweise die Ankogel Landesstraße und die Gemeindestraße ins Dösental.
Straßensperre (Bild: APA/Eggenberger)
Skigebiet Dreiländereck bis Montag gesperrt
Der Neuschnee bereitet derzeit auch den Kärntner Skigebieten Probleme. So musste etwa das Dreiländereck am Freitagvormittag wegen Lawinengefahr gesperrt werden – voraussichtlich bis Montag.
"Team Österreich" im Schneeräumeinsatz
Die Landesalarm- und Warnzentrale hat Freitagnachmittag eine vorläufige Zwischenbilanz gezogen: Insgesamt standen in den vergangenen beiden Tagen 131 Feuerwehren mit 1.300 Mann im Einsatz.

Aber trotzdem braucht es noch mehr helfende Hände. Deshalb hat das Rote Kreuz für Spittal an der Drau das "Team Österreich" angefordert, das 2007 vom Roten Kreuz und Ö3 gegründet wurde.
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