Kärnten ORF.at
MI | 11.04.2012
Unfallauto Jörg Haider (Bild: APA/Gert Eggenberger)
UNFALLURSACHE
Haider war zu schnell unterwegs
Kärntens Landeshauptmann Jörg Haider war vor seinem tödlichen Unfall zu schnell unterwegs, das ist das Ergebnis der Untersuchung des Autowracks. Demnach war Haider mit 142 Kilometer pro Stunde unterwegs. Laut Obduktion war Haider nicht mehr zu retten.
Auto wurde erneut untersucht
Den ganzen Sonntagvormittag haben Kriminalisten im Beisein von drei VW-Technikern aus Deutschland und Österreich die Unfallstelle und in der Polizeiwerkstatt in Krumpendorf das Wrack nochmals überprüft. Mit ihrer Hilfe sollte der Unfallhergang rekonstruiert und mögliche Unfallursachen geklärt werden.

Ein zu klärender Punkt war, mit welcher Geschwindigkeit Haider unterwegs war. Nach dem Ergebnis der Untersuchung fuhr Haider mit 142 Kilometer pro Stunde.
Unfallwagen Jörg Haider (Bild: ORF)
Das erst drei Monate alte Unfallauto, ein Phaeton V6 mit Allradantrieb, wurde bei dem Crash praktisch total beschädigt. So waren beim Eintreffen der Rettungskräfte beide Vordertüren herausgerissen, in der Windschutzscheibe klaffte ein großes Loch.
50er-Beschränkung an Unfallstelle
An der Stelle, an der Haider knapp vor dem Unfall eine Autofahrerin überholte, gilt ein Tempolimit von 70 km/h. Knapp 100 Meter weiter, wo sich der Unfall ereignete, beginnt das Stadtgebiet und damit eine Beschränkung von 50 km/h.

Die Rosentalerstraße macht an der Unfallstelle eine leichte Linkskurve, diese dürfte Haider wegen des dichten Nebels und der überhöhten Geschwindigkeit übersehen haben.
Technikfehler ausgeschlossen
Ein Sabotageakt oder ein technisches Gebrechen konnen ausgeschlossen werden, sagt Gottfried Kranz von der Staatsanwaltschaft: "Unfallursache war alleine die weit überhöhte Geschwindigkeit."

Im Wesentlichen seien die technischen Untersuchungen abgeschlossen, sagt Staatsanwalt Kranz: "Unser Verfahren ist damit abgeschlossen, es liegt kein Fremdverschulden und keine Beteiligung Dritter vor."

Auch die Unfallstelle in der Rosentalerstraße in Klagenfurt wurde nochmals untersucht.
Obduktion: Mehrere tödliche Verletzungen
Noch nicht abgeschlossen ist die Obduktion. Der Leichnam von Landeshauptmann Jörg Haider wurde Samstagabend auf das Gerichtsmedizinische Institut nach Graz überstellt.

Eine erste Untersuchung ergab mehrere tödliche Verletzungen, sagt der Leiter der Staatsanwaltschaft Klagenfurt, Gottfried Kranz. Jede der festgestellten schweren Verletzungen hätte schon allein zum Tod geführt: "Auch wenn der Notarzt schon vor Ort gewesen wäre, hätte der Landeshauptmann nicht gerettet worden können."
Krankheit wurde ausgeschlossen
Die Obduktion sei angeordnet worden, "um alle Eventualitäten auszuschließen", meint Kranz. Eine Krankheit, wie zum Beispiel ein Herzinfarkt oder ein Schwächeanfall, könne nach dem vorläufigen Untersuchungsergebnis "mit ziemlicher Sicherheit" als Unfallursache ausgeschlossen werden.

Das endgültige Obduktionsergebnis werde aber erst in einigen Wochen vorliegen, es müssten noch die Gewebeproben untersucht werden. Erst dann wird die Frage nach der Todesursache endgültig geklärt sein.
Ganz Österreich
Kärnten News

 
TV-Programm TV-Thek Radio Österreich Wetter Sport IPTV News