Kärnten ORF.at
MI | 11.04.2012
RHI-Werk (Bild: ORF)
Wirtschaft
100 Jahre RHI-Werk Radenthein
Das RHI-Werk in Radenthein feiert am Freitag sein hundertjähriges Bestehen. Um ein Jahr älter ist der Magnesit-Bergbau auf der Millstätter Alpe. Bis heute ist das Werk Weltmarktführer bei der Produktion von Feuerfest-Steinen.
Feuerfest-Steine werden zum Beispiel für die Stahl- oder Glasschmele in Hochtemerpaturöfen verwendet.
Spitzenposition am Weltmarkt
Seit Beginn der Werksgeschichte ist die RHI eng mit der Stahlindustrie verwoben. Bis heute verteidigt das Werk in Radenthein die Spitzenposition am Weltmarkt.

Die Produktion von Feuerfest-Steinen, etwa für die Stahl- oder Glasschmelze in Hochtemperaturöfen, ist mit 15.000 verschiedenen Steinen kundenorientiert.
RHI-Werk (Bild: ORF)
Bernd Winkler (Bild: ORF) Standort auf Jahrzehnte gesichert
Die Spezialisierung wird den Standort Radenthein auf Jahrzehnte sicheren, ist Werksleiter Bernd Winkler überzeugt: "Ich würde mich trauen, für die nächsten 20 Jahre zu sagen, dass nichts zusammenschrumpfen wird – im Gegenteil, es wird sogar noch weiter gehen. Aufgrund unserer Investitionen haben wir Rationalisierungen durchführen können. Aber durch die Anlagerung von neuen Produkten ist es uns gelungen, den Mitarbeiterstand immer zu halten."
RHI-Werk (Bild: ORF)
Gebhard Trattler (Bild: ORF)
Gebhard Trattler: "Die Maschinen wurden immer größer – alles ist einfach anders geworden."
Magnesitlager nicht zufällig entdeckt
Die Werksgesichte hat jedoch gar nicht so romantisch begonnen. Josef Hörhager war nicht zufällig unterwegs, als er das Lager mit mehr als 50 Millionen Tonnen Spatmagnesit auf der Millstätter Alpe entdeckte. Hörhager war von der amerikanischen Stahlindustrie beauftragt und über das Magnesitlager gut informiert.

In den ersten Jahren des Tagbaues wurden 12.300 Tonnen Rohmagnesit abgebaut. Heute sind es 85.000 Tonnen unter Tag, erzählt Gebhard Trattler, der seit 25 Jahren als Knappe tätig ist: "Früher waren mehr Bergleute hier beschäftigt als heute. Die Maschinen wurden immer größer – alles ist einfach anders geworden."
RHI-Werk (Bild: ORF)
Die Krise der Stahlindustrie, die Modernisierung und der Rückzug aus der Sinterproduktion sind Gründe dafür, dass das Riesenwerk so geschrumpft ist.
Heute: 450 Mitarbeiter, 13 davon Knappen
Von insgesamt 450 Mitarbeitern sind noch 13 als Knappen in Radenthein tätig. In ihrer Blütezeit hat die damalige Radex 2.800 Mitarbeiter beschäftigt, 600 davon unter Tag.

Die Krise der Stahlindustrie, die Modernisierung und der Rückzug aus der Sinterproduktion sind Gründe dafür, dass das Riesenwerk so geschrumpft ist. An Bedeutung hat das Werk aber nichts eingebüßt, sagt Bernd Winkler: "Wir in Radenthein sind das größte Werk und machen etwa zehn bis elf Prozent des Konzernumsatzes."
RHI-Werk (Bild: ORF)
Das Magnesit-Vorkommen dürfte noch 40 Jahre mindestens reichen.
Neue Filteranlagen und Wetterschacht
Das RHI-Werk wird es in Zukunft mit neuen Emissionsvorschriften schwer haben, denn in der Produktion wird noch immer zu viel CO2 emittiert.

In diesen Wochen werden knapp sechs Millionen Euro für Filteranlagen und für die Abwärmenutzung im Werk investiert. Unter Tag entsteht ein neuer Wetterschacht, um eine Sohle tiefer schürfen zu können. Das Magnesit-Vorkommen sollte noch 40 Jahre mindestens reichen.
RHI-Werk (Bild: ORF)
Ganz Österreich
Kärnten News

 
TV-Programm TV-Thek Radio Österreich Wetter Sport IPTV News