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MI | 11.04.2012
Hypo Group Alpe Adria (Bild: ORF - Anton Wieser)
Hypo Kärnten
Prozess gegen Ex-Vorstände ab 28. Oktober
Die Ex-Vorstände der Hypo Group Alpe Adria, Wolfgang Kulterer und Günter Striedinger, sowie Vorstand Thomas Morgl müssen sich ab 28. Oktober wegen Bilanzmanipulation nach den Swap-Verlusten vor Gericht verantworten.
Vorerst zehn Verhandlungstage
Der Prozess wird wegen des erwarteten Medieninteresses im Schwurgerichtssaal des Landesgerichtes Klagenfurt stattfinden. Vorerst sind zehn Verhandlungstermine fixiert.

Am ersten Verhandlungstag wird die Anklage vorgetragen werden, die Angeklagten bzw. deren Verteidiger können dann ihre Sicht der Dinge darstellen.

Die Einvernahme der drei Banker wird dann in den ersten Verhandlungstagen erfolgen. Termine dafür sind bis zum 19. November festgelegt.
Laut Anklage hat das Trio die Verluste aus den Swap-Geschäften nicht bzw. nicht vollständig ausgewiesen.
Umstände verschleiert oder verschwiegen?
Die Anklage wirft dem Trio vor, "erhebliche Umstände in den Jahresabschlüssen 2004 und 2005" sowohl gegenüber den Prüfern, als auch dem Aufsichtsrat "unrichtig wiedergegeben, verschleiert oder verschwiegen" zu haben, indem sie die Verluste aus den Swap-Geschäften vom Herbst 2004 nicht bzw. nicht vollständig ausgewiesen hätten. Für alle Angeklagten gilt die Unschuldsvermutung.
Hintergründe zur "Causa Hypo"
Der Hypo gingen bei Währungsspekulationen im Oktober 2004 binnen weniger Wochen 328 Millionen Euro verloren. Der Verlust wurde damals aber nicht in vollem Ausmaß in der Bilanz verbucht, die Banker wollten das Minus auf zehn Jahre verteilt abschreiben. Im Frühjahr 2006 flog die Sache auf, die Wirtschaftsprüfer zogen ihr Testat für die Bilanz 2004 der Kärntner Bank zurück, sie musste neu erstellt werden. Statt eines satten Gewinns standen plötzlich 99 Mio. Euro Verlust im Jahresabschluss.

Die Auswirkungen auf die Bank waren erheblich: Die Eigenkapitaldecke fiel zeitweise unter die vorgeschriebene Mindestgrenze, das Unternehmen brauchte dringend frisches Geld, schließlich verkaufte das Land Kärnten den größeren Teil seiner Anteile an die Bayerische Landesbank, die nun Mehrheitseigentümer der Hypo Group ist.

Finanzmarktaufsicht und Justiz wurden aktiv, der damalige Vorstandsvorsitzende Kulterer und sein Stellvertreter Striedinger mussten gehen. Kulterer ist heute Investmentbanker in London, Striedinger hat ein Consulting- und Investmentunternehmen gegründet. Morgl ist weiterhin Mitglied des Hypo-Vorstandes.
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