Kärnten ORF.at
MI | 11.04.2012
Stollen (Bild: ORF)
Feier
Vergangener Glanz des Bergbaus
Das Bergbaumuseum Klagenfurt hat am Samstagabend 150 Jahre Berghauptmannschaft gefeiert. Einst war sie verantwortlich für fast das gesamte Hoheitsgebiet der k.u.k.-Monarchie. Ihr Ende kam mit dem Unglück von Lassing.
Heute gibt es noch 40 Knappen in Kärnten.
Jahrtausendealte Tradition
Gold, Silber, Kupfer, Kohle, Magnesit; Kärnten ist reich an Bodenschätzen und hat damit eine Jahrtausende alte Bergwerkstradition. Mindestens 5.000 Knappen waren um 1900 noch unter Tage beschäftigt. Die Berghauptmannschaft war eine Behörde mit hohem Einfluss. Heute gibt es nur noch zwei Bergbaue unter Tag und 40 Knappen in Kärnten.
Im Bergbaumuseum Klagenfurtwurde am Samstagabend das Jubiläum "150 Jahre Berghauptmannschaft" begangen. Aufgezeigt wird nicht nur die Macht der obersten Bergbehörde, sondern auch, welch riesiges Gebiet damals von Kärnten aus verwaltet wurde.
Der gesamte Adriaraum fiel in die Verantwortung der Berghauptmannschaft.
Berggesetz regelte die Vorschriften
Gerhard Finding, der Direktor des Bergbaumuseums, zitiert aus dem Berggesetz: "Die Berghauptmannschaft hatte ihren Sitz in Klagenfurt für das Herzogtum Steiermark, die gefürstete Grafschaft Tirol und das Land Vorarlberg, das Herzogtum Kärnten, das Herzogtum Kraijn, die Stadt Triest mit ihren Gebieten, die gefürstete Grafschaft Görz und Gradica, die Marktschaft Istrien und das Königreich Dalmatien."

Das Berggesetz wurde in der Monarchie im Jahre 1854 erlassen und brachte die vielen Vorschriften der Bergherren, des Adels und der Kirchenfürsten, auf einen Nenner. Das Berggesetz regelte aber auch die Arbeitsbedingungen und den Schutz der Knappen.
"An allen Ecken hat man etwas gefunden"
Die Wurzeln des Kärntner Bergbaus reichen bis in die Keltenzeit zurück. Im Mittelalter gab es mehr als 500 Bergbaue, sagte Ferdinand Prugger von der Montangesellschaft. Kaum ein Edelmetall, das in Kärnten nicht abgebaut worden wäre: "Kärnten war das Bergbauland Nummer Eins in Österreich, überhaupt während der Kaiserzeit, wo man praktisch in allen Ecken irgendetwas gefunden hat."
Lassing war das Ende der Behörde
Nach dem ersten Weltkrieg zerfiel das Verwaltungsgebiet der Berghauptmannschaft Klagenfurt. Zeitgleich begann auch der Niedergang des Bergbaues, der mit der Schließung der Kohlegruben im Lavanttal und dem Ende der BBU (Bleiberger Berkwerksunion) ihren traurigen Höhepunkt fand.

Bis zuletzt bemühten sich die politisch unabhängigen Berghauptmänner um den Erhalt der Knappentradition. Als das 2002 Unglück in Lassing geschah und zehn Bergleute starben, löste man die Berghauptmannschaft auf.

Prugger: "Man hat sehr viel auf die Berghauptmannschaft abgewälzt und suchte immer irgendeinen Schuldigen. Damals waren die ersten Anzeichen, dass man gesagt hat, die Berghauptmannschaft muss weg."
Die Montanbehörde Süd mit Sitz in Leoben kontrolliert heute die wenigen Bergbau-Betriebe, die Kärnten geblieben sind und kümmert sich um das Geschick der 40 Knappen.
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