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MI | 11.04.2012
Lebensmittel (Bild: ORF)
SOZIALES
ARGE Sozial erweitert Lebensmittel-Ausgabe
Die ARGE Sozial in Villach erweitert die Ausgabe von Gratislebensmitteln für Bedürftige. Ab Anfang Oktober werden Lebensmittel viermal pro Woche in den Räumlichkeiten der Arbeitsgemeinschaft abgegeben.
Hohe Inflation macht Menschen zu schaffen
Die hohe Inflation und die Verteuerung der Lebensmittel trifft heutzutage vor allem die Bezieher von kleinen Einkommen. Gleichzeitig haben die Sozialmärkte in Kärnten immer mehr Zulauf: Hier bekommen Mindestrentner oder Leute mit kleinem Einkommen verbilligte Lebensmittel zu kaufen.
ARGE-Obmann: Nachfrage stark gestiegen
Gratislebensmittel gibt die ARGE Sozial, die Arbeitsgemeinschaft für Sozialbetreuung in Villach, schon seit knapp zehn Jahren aus. Aufgrund der stark gestiegenen Kosten für Lebensmittel sei die Nachfrage in den letzten Monaten stark gestiegen, sagte Herbert Schiller, der Obmann der ARGE Sozial. Daher habe man sich gemeinsam mit der Stadt Villach dazu entschieden, das Angebot auszuweiten.
"Bedarf auf alle Fälle gegeben"
"Im Jahr 2006 waren es 2067 und im Jahr 2007 2398 Personen, und es werden im heurigen Jahr noch mehr werden. Der Bedarf ist auf alle Fälle gegeben. Wir werden in Kooperation mit der Stadt Villach Anfang Oktober beginnen dieses Angebot zu erweitern. Räumlich sowie personell, das heißt, wir werden einen größeren Raum zu Verfügung haben. Zudem wird eine eigene Fachkraft, die aus der Lebensmittelbranche kommt, diese Lebensmittelausgabe organisieren und auch betreuen".
Da für Mindestpensionisten und Arbeitslose.
Sponsoren und Supermärkte spenden Lebensmittel
Gleichzeitig werden die ARGE-Klienten in Sozialfragen beraten, etwa bei der Arbeits- und Wohnungssuche. Die Lebensmittel erhält die ARGE über Sponsoren, zum Teil auch direkt von den Lebensmittelketten und -händlern. Die Abgabe an die Klienten wird ab 10. Oktober zwei bis dreimal pro Woche am Vormittag und einmal am Abend erfolgen. Beim ersten Besuch ist ein Einkommensnachweis vorzulegen.

Anspruch haben Bezieher von Mindestpensionen, Arbeitslose sowie Menschen mit finanziellen Problemen, so Schiller. "Der Kreis von Leuten, die 700 bis 800 Euro pro Monat zur verfügung haben, erhalten von uns Lebensmittel".
Villach erhöht Subvention
Finanziert wird das Projekt von ARGE Sozial gemeinsam mit dem AMS - das die Personalkosten für die Sozialfachkraft übernimmt - und von der Stadt Villach, die ihre Subvention für die ARGE um 18.000 Euro pro Jahr erhöht hat. Insgesamt unterstützt die Stadt das Sozialbetreuungsprojekt mit fast 130.000 Euro im Jahr, so Bürgermeister Helmut Manzenreiter.
Helmut Manzenreiter, SPÖ (Bild: ORF) Manzenreiter: Sorgen werden ernstgenommen
Manzenreiter: "Die Zusammenarbeit im Lebensmittelbereich mit der ARGE Sozial ist für uns deshalb so wichtig, da hier ein Netzwerk besteht, das weit über Lebensmittelausgabe und Essensverköstigung hinausgeht. Die Leute die hier herkommen, finden Aufnahme und werden in ihren Sorgen ernst genommen, und dann auch betreut", so Manzenreiter.
Ein Mittagessen um zwei Euro
Im Rahmen der ARGE-Tagesstätte können Menschen mit geringem Einkommen ihre Wäsche waschen, sich duschen und ein Mittagessen um zwei Euro bekommen. Schachspielen und Diskussionen gehören dabei zum Alltag, der Konsum von Alkohol - und neuerdings auch Tabak - ist dabei untersagt.
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