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MI | 11.04.2012
Reinhart Rohr, Gerhard Köfer, beide SPÖ (Bild: APA/Eggenberger)
Politik
Gerhard Köfer ist SPÖ-Spitzenkandidat
Die für 28. September vorgezogenen Nationalratswahlen sorgen für politischen Hochbetrieb mitten im Sommer. Bei einer Sondersitzung der Kärntner SPÖ wurde am Montag Gerhard Köfer als Spitzenkandidat festgelegt.
SPÖ-Parteichef Reinhart Rohr möchte in jedem Wahlkreis Kärntens wieder je ein Mandat erreichen.
Köfer, Lipitsch, Trunk, Stauber und Muttonen
Der Spittaler Bürgermeister und Nationalratsabgeordnete Gerhard Köfer führt die Kärntner SPÖ-Liste für die kommende Nationalratswahl an. Auf Platz zwei rangiert der neue ÖGB-Landeschef Hermann Lipitsch, Platz drei belegt die parlamentserprobte Klagenfurterin Melitta Trunk, gefolgt vom Abgeordneten Peter Stauber, er ist Bürgermeister in St. Andrä. Nur auf einem "Kampfmandat" findet sich die Listenführerin der vergangenen Wahl, Christine Muttonen.
Reinhard Rohr, SPÖ (Bild: ORF) Rohr: "Wir wollen die Nummer Eins werden"
Zur Zielsetzung sagte Landesparteichef Reinhart Rohr in der anschließenden Pressekonferenz: "Jeder Wahlkreis in Kärnten sollte, so wie bisher, ein Mandat der SPÖ erreichen und wir wollen stimmenstärkste Partei in Kärnten werden". Rohr betonte auch, dass man in Kärnten die Frauenquote klar eingehalten habe.

Dass Lipitsch mit großer Wahrscheinlichkeit in den Nationalrat einziehen wird, ist laut politischen Beobachtern ein klares Zeichen dafür, dass die Bundesspitze nicht mehr von Alfred Gusenbauer geleitet wird, der führende Gewerkschafter bekanntlich nicht im Parlament haben wollte. Rohr möchte die Platzierung des ÖGB-Vorsitzenden als "deutliches Signal an die Arbeitnehmer" verstanden wissen.
Für Köfer befindet sich die SPÖ derzeit "in der schwierigsten Situation seit der Nachkriegszeit".
Köfer: "Wir treten mit Kanzlermalus an"
Spitzenkandidat Gerhard Köfer sagte, er sei sich bewusst, dass es keine leichte Aufgabe sein werde, den Wahlkampf zu bestreiten. "Wir befinden uns in der schwierigsten Situation, in der sich die Sozialdemokratie seit der Nachkriegszeit jemals befunden hat. Unsere Umfragewerte liegen derzeit in der Größenordnung von 25 Prozent."
Gerhard Köfer, SPÖ (Bild: Bürgermeisteramt Spittal)
Köfer gab auch zu bedenken, dass man diese Wahl mit dem Kanzlermalus antrete, das sei "auch etwas Seltenes", so der Spitzenkandidat. "Wir sind nicht in der Situation, verteidigen zu können. Wir müssen angreifen", sagte der Spittaler.
Rohr sagte wörtlich: "Aus Sicht der SPÖ sind die Tage von Dieter Mandl gezählt".
Weitere Themen: Kabeg und Kärnten-Dorf
Abseits der Landesliste für die Nationalratswahl wurden bei der Sitzung noch weitere Themen behandelt, darunter die Frage der Zukunft des Kabeg-Vorstands Dieter Mandl. "Aus Sicht der SPÖ sind seine Tage jetzt gezählt, er hat das Vertrauen verspielt", bekräftigte Rohr.

Zur neuen Entwicklung rund um das Spendenprojekt "Kärnten-Dorf" in Banda Aceh sagte Rohr, auch die Entschuldigung Haiders bei Architektin Jana Revedin entbinde ihn nicht von der Frage, zu klären, was mit den Spendengeldern tatsächlich geschehen ist.
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