Kärnten ORF.at
MI | 11.04.2012
Sargzug von Horst Skoff (Bild: APA/Gert Eggenberger)
kühnsdorf
Horst Skoff zu Grabe getragen
Auf dem letzten Weg von Horst Skoff am Samstagnachmittag spielten sich erschütternde Szenen ab. Die Mutter, die dem mit weißen Lilien geschmückten Sarg ihres Sohnes folgte, war völlig gebrochen.
Mit 39 Jahren gestorben
Der am 7. Juni in Hamburg mit 39 Jahren an einem Herzstillstand verstorbene ehemalige Tennisstar Horst Skoff ist am Samstagnachmittag in seinem Heimatort Kühnsdorf (Marktgemeinde Eberndorf) zu Grabe getragen worden. Unter den 800 Trauergästen befanden sich auch höchste Repräsentanten des österreichischen Tennissports, frühere Kollegen und politische Vertreter.
Horst Skoff (Bild: APA/Gert Eggenberger)
Es soll einen Horst-Skoff-Preis für den Tennisnachwuchs geben.
"Außergewöhnlicher Mensch"
Bewegende Worte gab es vom Kärntner Tennispräsidenten Ronnie Leitgeb und von ÖTV-Präsident Ernst Wollner. Letzterer berichtete, dass ihn Skoff noch wenige Tage vor seinem überraschenden Tod in Wien besucht und angeboten habe, sich noch mehr für den österreichischen Tennissport zu engagieren.

Wollner, der den früheren Star zahlreicher Auftritte im Davis Cup als einen "ganz außergewöhnlichen Menschen" sowie "eine charismatische Persönlichkeit, die unendlich viel für den Tennissport und den Sport im allgemeinen getan hat", bezeichnete, bekundete seine Absicht, einen "Horst-Skoff-Preis" für die Tennis-Nachwuchsarbeit ins Leben zu rufen.
"Eine Kraft, als wolle er die Welt erobern"
Leitgeb erinnerte daran, dass der am 22. August 1968 in Klagenfurt geborene Skoff "als junger Bursche in die Südstadt gekommen ist". Er habe damals "eine solche Kraft ausgestrahlt", als wolle er die ganze Welt erobern. "Horst und ich sind zuerst Rivalen, dann Gegner und schließlich Freunde gewesen", sagte Leitgeb.

Er gab im Zusammenhang mit den großen Emotionen, von denen Skoff geprägt gewesen sei, auch eine Episode zum Besten: Als Skoff bei einem Turnier in Monte Carlo von den Zuschauern ausgepfiffen worden sei, habe er ihnen zugerufen: "Je mehr ihr pfeift, desto besser spiele ich." Und genau so sei es dann gewesen. Letztendlich habe der Österreicher auch den Applaus auf seiner Seite gehabt.
Stefan Koubek nimmt Abschied (Bild: APA/Gert Eggenberger)
Politiker ehrten den Verstorbenen
Im Namen des Landes Kärnten wurde der Gewinner der Turniere von Athen und Wien (1988) sowie Genf (1990) und Baastad (1993) vom Präsidenten des Landtages, Josef Lobnig (BZÖ), gewürdigt. Er nannte Skoff "einen Sportler, auf den Kärnten und Österreich stolz war und ist und der mit seinen Höhen immer zu seinen Wurzeln zurückgekehrt ist".

Der Bürgermeister der Heimatgemeinde des einstigen Becker-Bezwingers, Josef Pfeifer (SPÖ), sprach von einem "großen Verlust für die Sportwelt". Der Gemeindechef von St. Kanzian, Horst Krainz (SPÖ), wo Skoff zuletzt auf einem bäuerlichen Anwesen gelebt hatte, erinnerte an das große soziale Engagement des Verstorbenen und seine Arbeit für die Tennis-Jugend.
"Wer im Gedächtnis seiner Lieben lebt, der ist nicht tot, der ist nur fern. Tot ist nur, wer vergessen wird."
Auch Ulla Weigersdorfer war gekommen
Unter den vielen, die Skoff die letzte Ehre erwiesen, befanden sich auch die früheren Tennisprofis Hans Kary und Alexander Antonitsch sowie der derzeit rekonvaleszente Stefan Koubek. Kärntens Sportlandesrat Wolfgang Schantl (SPÖ) sowie Skoffs einstige Lebensgefährtin und ehemalige "Miss World", Ulla Weigersdorfer.

Die Ehrenwache an Skoffs Sarg hielten Mitglieder des Tennisclubs Kühnsdorf, wo er zuletzt Präsident gewesen war. Die Einsegnung nahm Pfarrer Johann Skuk aus Kühnsdorf vor. Leitgeb schloss seine Rede mit Worten des Philosophen Immanuel Kant: "Wer im Gedächtnis seiner Lieben lebt, der ist nicht tot, der ist nur fern. Tot ist nur, wer vergessen wird."
Ganz Österreich
Kärnten News

 
TV-Programm TV-Thek Radio Österreich Wetter Sport IPTV News