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MI | 11.04.2012
Foto: APA
Ferlach
450 Jahre Büchsenmacher-Handwerk
In Ferlach wurde am Samstag das Büchsenmacherhandwerk gefeiert. Seit 450 Jahren gibt es das Handwerk, das seine Hochblüte im 17. und 18. Jahrhundert erlebt hat. Noch heute ist es für die Stadt ein wichtiger Wirtschaftszweig.
Neuer Aufschwung nach dem Zweiten Weltkrieg
Im 17. und 18. Jahrhundert war das kaiserliche Militär der Hauptabnehmer der Büchsen aus der südlichsten Stadt Österreichs. Nach Absatzproblemen im 19. Jahrhundert erlebte die Büchsenmacherei nach dem Zweiten Weltkrieg wieder eine Hochblüte. Heute werden nur noch Jagdwaffen hergestellt.

Zwölf Büchsenmacher gibt es noch und das Gewerbe ist nach wie vor von großer Bedeutung für Ferlach, schildert Bürgermeister Ingo Appe: "Die ganze heutige Industrie wurzelt in der Büchsenmacherei und der Eisenindustrie der Vergangenheit. Wir hätten heute die Firma Glock nicht hier in Ferlach, was wieder den Bogen zur Büchsenmacherei und der Pistolenherstellung spannt. Mit 300 Leuten ist dies der größte Arbeitgeber in Ferlach."
Individuell gefertigte Jagdwaffen aus Ferlach werden in die ganze Welt exportiert.
Ferlacher Büchsen auch bei Königen beliebt
Wirtschaftlich stehen die Büchsenmacher heute gut da, sagt Josef Koschat, Innungsmeister in der Wirtschaftskammer: "Wir haben zwar auch schon schlechtere Zeiten erlebt, aber jetzt geht es uns recht gut. Die Exporte sind gut und ich glaube, dass auch der Verdienst dementsprechend gut sein wird."

So besitzen Juan Carlos, der König von Spanien oder Russlands Ex-Präsident Wladimir Putin eine Büchse aus Ferlach. Sie schwärmen von der hohen Präzision der Waffe, da jede Büchse wird speziell auf die Wünsche der Kunden hin gefertigt. Damit das Handwerk erhalten bleibt, gibt es auch eine eigene Büchsenmacher-HTL in Ferlach.
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