Kärnten ORF.at
MI | 11.04.2012
landesgericht
Haiders ehemaliger Protokollchef verurteilt
Der ehemalige Protokollchef des Landes Kärnten, Franz Koloini, und sein Halbbruder sind am Montag am Landesgericht wegen gefährlicher Drohung bzw. Körperverletzung verurteilt worden. Es ging um einen mutmaßlichen Nebenbuhler.
Die Brüder sollen sich einen angeblichen Verehrer von Koloinis Frau vorgenommen haben.
Nur ein Missverständnis?
Bei seinem Prozess war dem ehemaligen Protokollchef und EM-Koordinator der Medienrummel gar nicht recht. Koloini (29) hatte in den letzten Wochen mehrmals für Schlagzeilen gesorgt. Seine Aktivitäten in der Kärnten-Werbung und bei der Errichtung des Kärnten-Dorfes in Banda Aceh werden voraussichtlich sogar in den jeweiligen Untersuchungsausschüssen des Landtags beleuchtet werden. Diesmal ging es um einen privaten Vorfall.

Bei einer Lokaleröffnung im vergangenen November sollen er und sein Halbbruder einen vermeintlichen Verehrer von Koloinis Ehefrau bedroht und verprügelt haben.

"Ich bin nur auf die Toilette gegangen, plötzlich hat mir jemand ins Gesicht geschlagen", erzählte der angegriffene Nebenbuhler. Danach sei er von Koloini mit den Worten - "Das ist als Warnung zu verstehen, sonst passiert Schlimmeres" - bedroht worden. Der Zeuge gab auch an, schon im Vorfeld der Auseinandersetzung vom Ex-Fußballfunktionär telefonisch belästigt worden zu sein, diese Drohungen vorerst aber "nicht ernst" genommen zu haben.

Der Halbbruder (35) zeigte sich geständig, er habe gedacht, der 50 Jahre alte Selbstständige aus Klagenfurt wolle seinen Bruder schlagen, so schnell sei er im Lokal auf ihn zugestürzt. Deshalb habe er ihn gestoßen. Der 50-Jährige sei die Treppe hinuntergefallen und verletzt liegen geblieben. Der Arztbericht spricht von einer Schädelprellung und einer Prellung des Brustkorbes.
Koloini verteidigte sich mit alkoholbedingten Gedächtnislücken.
Viele Erinnerungslücken
Was danach geschah, darüber scheiden sich die Geister. Angeblich hatte Franz Koloini dem 50-Jährigen gedroht, dies sei als Warnung zu verstehen, sonst passiere Ärgeres. Daran wollte sich Koloini vor Gericht nicht mehr erinnern. Er gab zu, fünf bis acht Wodka Red Bull getrunken zu haben. Er meinte, er habe den Raufhandel, den sein Bruder hatte, gar nicht bemerkt.

Überhaupt hätte er viele Erinnerungslücken, deshalb bekenne er sich als nicht schuldig.
Polizisten sagten aus, Koloini habe seine Frau bedroht.
Ehefrau rief selbst die Polizei
Koloinis Ehefrau, die keine Aussage machte, hatte selbst die Polizei gerufen. Zwei Polizisten bestätigten, dass sie am lautgestellten Telefon nach dem Raufhandel mithören konnten, wie Franz Koloini seine Frau bedrohte, das sei erst der Anfang.

Zu den widersprüchliche Aussagen von allen Beteiligten meinte Richter Christian Liebhauser-Karl, dass Außenstehende den Eindruck bekommen, Franz Koloini habe seinen Bruder angestiftet, dem vermeintlichen Nebenbuhler eine Abreibung zu verpassen. Doch die Beweise dafür fehlen.

So wurde der Halbbruder, der in der Vergangenheit bereits sechs Mal vor Gericht stand (davon fünf Mal wegen Körperverletzung), zu einer Geldstrafe von 1.800 Euro und vier Monaten bedingter Haft verurteilt. Franz Koloini wurde wegen gefährlicher Drohung zu einer Geldstrafe von 2.700 Euro verurteilt. Die beiden nahmen das Urteil an, es ist nicht rechtskräftig.

Koloini ist seit 1. Februar ohne Beschäftigung und ohne Vermögen. Sein Auto, ein Audi A8 sei nur geleast, gab er am Montag vor Gericht an.
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