Kärnten ORF.at
MI | 11.04.2012
Waldschäden nach Föhnsturm (Bild: ORF)
Föhnsturm "Paula"
Fichten sind nicht schuld an Sturmschäden
1,5 Millionen Festmeter Holz hat Föhnsturm "Paula" vor einer Woche niedergemäht. Der Schaden wird auf etwa 36 Millionen Euro geschätzt. Die Fichtenmonokulturen sind aber nicht schuld an den hohen Verlusten.
Bei so hohen Windgeschwindigkeiten halten auch stärkere Bäume nicht stand, sagt der Biologe. Die Fichten seien geknickt, und nicht entwurzelt worden.
"Das war eine Wetterkatastrophe"
Mit einer Geschwindigkeit von 90 bis 130 Kilometern pro Stunde zog Föhnsturm "Paula" am vergangenen Sonntag über Kärnten hinweg. Diesen Windgeschwindigkeiten kann kaum eine Baumart standhalten, auch nicht Tiefwurzler wie Eichen oder Tannen, sagte der Biologe Wilfried Franz.

Die Fichtenmonokulturen seien definitiv nicht der Grund für die enormen Schäden: "Das war eine Wetterkatastrophe, der Sturm hat viele Bäume in der Mitte des Schaftes geknickt. Wenn das ein 'normales' Ereignis gewesen wäre, dann wären die Fichten sicher entwurzelt worden."

Bei geringeren Windgeschwindigkeiten seien die flachwurzelnden Fichten sehr wohl anfälliger: "Flachwurzler sollten vor allem nicht in tiefen Lagen gepflanzt werden, also in den Bereichen, wo sie kein natürliches Vorkommen haben. Die Fichten haben ihr natürliches Vorkommen in der hohen Montanstufe, da wird sie auf alle Fälle den Witterungsereignissen besser standhalten."
Nun droht eine Borkenkäferplage, wenn Waldbesitzer nicht aufräumen.
Aufräumen bevor die Borkenkäfer kommen
Für die Waldbesitzer, die von der Windwurfkatastrophe betroffen sind, gilt es jetzt, rasch mit den Aufräumungsarbeiten zu beginnen, sagte Günther Kuneth von der Forstabteilung in der Landwirtschaftskammer. Nur so könne eine Borkenkäferplage in den nächsten beiden Jahren verhindert werden. Vor allem in jenen Wäldern, wo nur kleine Flächen geschädigt sind, müsse von vornherein besonders sorgfältig gearbeitet werden.
Finanzieller Schäden wäre noch größer
Kuneth: "Es ist sogar empfehlenswert, diese primär aufzuarbeiten. Wir wissen nicht, wie sich die Holzmarktlage entwickelt. Es kann sein, dass auf den großen Teilflächen nur ein Teil aufgearbeitet wird, die kleineren überhaupt nicht. In Folge würde die Borkenkäfeproblematik akut.

Damit würde der finanzielle Schaden für die Waldbesitzer noch weiter steigen.
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