Kärnten ORF.at
MI | 11.04.2012
Sturm knickt Bäume. Bild: APA / Rudolf Brandstätter
Katastrophe/Sturm
Eine Million Festmeter Holz am Boden
Die Schäden durch den Sturm am Wochenende in Kärnten werden auf bis zu 50 Millionen Euro geschätzt. Großen Anteil daran haben die Forstschäden. Mehr als eine Million Festmeter Holz liegen in den Wäldern am Boden.
Um den Landwirten zu helfen, gibt es vom Agrarreferat 1.000 Euro pro Hektar Unterstützung für die Aufräumarbeiten.
Am schwersten betroffen: Metnitz- und Gurktal
Nach dem Abzug des Sturmes "Paula" laufen in Kärnten die Aufräumarbeiten auf Hochtouren. Am Dienstag zu Mittag waren noch immer mehr als 1.500 Haushalte ohne Stromversorgung, betroffen waren vor allem das Metnitz- und das Gurktal.
Holzbruch nach Sturm (Bild: ORF)
Zwölf Millionen Hilfe durch Land und Bund
In Vertretung von Landeshauptmann Jörg Haider (BZÖ), der im Katastrophengebiet unterwegs war, hat sein Stellvertreter Gerhard Dörfler (BZÖ) am Dienstag die Regierungssitzung geleitet. Er konnte zu Mittag bereits von ersten Ergebnissen berichten.

"Durch diesen dramatischen Sturm sind mindestens 35 Millionen Euro Schaden entstanden. Wir haben mittels Regierungsbeschluss die Hilfsmaßnahmen beschlossen. Vom Bund erbitten wir eine Soforthilfe von 7,278.000 Millionen Euro, das Land steuert 4,852.000 Euro bei. Damit sind wir sofort in der Lage, den entsprechenden Hilfsmaßnahmenbereich zu unterstützen.
Gerhard Dörfler, BZÖ (Bild: ORF)
Gebiete, die immer wieder von Sturm und Schneebruch heimgesucht werden, soll die Stromversorgung auf Erdkabel umgestellt werden.
Resolution: Kelag soll auf Erdkabel umstellen
Wichtig sei vorerst, dass die Erreichbarkeit und die Stromversorgung wieder hergestellt würden, so Dörfler. "Wir haben auch gemeinsam eine Resolution beschlossen, in der die Kelag aufgefordert wird, beispielsweise das Metnitztal mit Erdkabeln zu versorgen, weil das eine waldreiche Region ist, die immer wieder von derartigen Unglücken betroffen ist."

Die größte Herausforderung für die nächsten Wochen werde sein, das Bruchholz möglichst rasch zu ernten, um einem Käferbefall entgegenzuwirken. "Ein großes Anliegen ist mir auch, dass die Forst- und Sägewirtschaft diese Krise nicht dazu nutzt, die Preise jetzt ins Extreme fallen zu lassen, sondern die Preise so gut wie möglich hält", schloss Dörfer seinen Bericht.
Ein Problem sind derzeit die fehlenden Lagerkapazitäten für die großen Mengen an Holz, die anfallen.
Ein Drittel des Jahresholzeinschlags am Boden
In Kärntens Wäldern liegen mindestens eine Million Festmeter am Boden. "Das ist mehr als ein Drittel des Jahresholzeinschlags", rechnete Agrarlandesrat Josef Martinz (ÖVP) vor. Er regte daher einen vorläufigen Stopp des Holzeinschlags an.

Um den Landwirten zu helfen, gibt es vom Agrarreferat 1.000 Euro pro Hektar Unterstützung für die Aufräumarbeiten, die Wiederaufforstung wird zusätzlich mit 800 Euro je Hektar gestützt.

Die Aufräumarbeiten sollten möglichst rasch beginnen. "Man müsse schauen, dass das Holz aus den Wäldern gebracht werde, bevor der Borkenkäfer kommt. Bleibt der Windbruch zu lange liegen, würden die Schäden noch viel größer", so der Landesrat. Ein weiteres großes Problem seien die fehlenden Lagerkapazitäten. Man werde Zwischenlager für die enormen Holzmengen schaffen müssen, so Martinz.
Josef Martinz, ÖVP (Bild: ORF)
"Es bleibt nur Betroffenheit und der Wunsch, rasch zu helfen", sagte Gaby Schaunig am Dienstag.
Schaunig will unbürokratische Hilfe
Auch SPÖ-Sozialreferentin Gaby Schaunig sprach sich vor der Regierungssitzung für rasche Hilfe für alle Betroffenen aus: "Ich glaube wir werden uns sehr rasch darauf einigen, dass es zu einer raschen und unbürokratischen Hilfestellung kommen muss."

Sie erwarte sich auch, dass Kärnten von Seiten des Bundes aus unterstützt werde und Gelder aus dem Katastrophenfonds über das Normale hinaus zur Verfügung gestellt werden. "Wenn man sich die Bilder anschaut, bleibt nur Betroffenheit und der Wunsch, rasch zu helfen."
Gaby Schaunig, SPÖ (Bild: ORF)
Im Bezirk Feldkirchen stehen bereits 109 Pioniere des Bundesheers im Katastropheneinsatz.
109 Soldaten im Bezirk Feldkirchen im Einsatz
Seit Dienstag in der Früh sind 109 Soldaten vom Pionierbataillon aus Villach dabei, im Ort Zirniz (Bezirk Feldkirchen) die Infrastruktur wieder herzustellen und die Straßen zu den abgeschnittenen Ortschaften wieder befahrbar zu machen.

Die Soldaten helfen bei den Aufräumungsarbeiten, entfernen die umgestürzten Bäume, machen die Straßen wieder befahrbar und sind beim Aufbau der Infrastruktur behilflich.

Sollte es notwendig sein, würden für die Steiermark und Kärnten je eine Katastropheneinsatz-Kompanie als Reserve bereitstehen, hieß es am Dienstag aus dem Verteidigungsministerium.
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