Kärnten ORF.at
MI | 11.04.2012
EM-Stadion Klagenfurt (Bild: APA/Eggenberger)
Fussballmillionen
Diskussion über Hypo-Zahlungen an SK Kärnten
Kein Ende der Diskussion um jene Millionenbeträge, die von der Hypo-Group an den SK Austria Kärnten geflossen sind: SPÖ-Abgeordneter Rudolf Schober brachte die Zahlungen in Zusammenhang mit dem Hypo-Verkauf an die BayernLB.
Sympathien über finanzielle Zuwendungen?
"Angesichts der jüngst bekannt gewordenen Zahlung der BayernLB an den SK Austria Kärnten erhebe sich die Frage, ob der Kauf der Hypo über den Fußballklub erfolgte", sagte Schober am Donnerstag in einer Aussendung. "Dieser Fünf-Millionen-Deal nährt den Verdacht, dass man sich in Kärnten durch finanzielle Zuwendungen offenbar leicht Sympathien erwerben könne, so Schober.

Auch der Klubobmann der SPÖ-Kärnten, LAbg. Peter Kaiser forderte am Donnerstag "im Interesse aller Steuerzahler" die sofortige Offenlegung aller Details dieses "handfesten Skandals". Es sei völlig unverständlich, dass kein einziger einvernommener Zeuge im Rahmen des Hypo-Untersuchungsausschusses auch nur eine Andeutung "dieses Deals" gemacht habe, so Kaiser.
Jörg Haider, BZÖ (Bild: ORF) Haider: "Kein Zusammenhang mit BayernLB
Landeshauptmann Jörg Haider erklärte dazu, dass die umstrittenen fünf Millionen von der Hypo Group Alpe Adria selbst stammen würden und nicht von der BayernLB. "Anderslautende Informationen sind unrichtig", so Haider wörtlich.
Hintergründe des Geldflusses
Worum geht es bei dem Millionenfluss von der Hypo-Group an den Fußball-Verein eigentlich? Der SK Austria Kärnten hat in einem Vertrag mit der Sport-Park-GmbH, die zu 100 Prozent Eigentum der Stadt Klagenfurt ist, Nutzungsrechte für das neue Stadion in Klagenfurt erworben. Dafür zahlt der Verein jährlich 223.000 Euro an die Sport-Park-GmbH.

Die Nutzungsrechte beinhalten unter anderem die Vergabe des Stadionnamens, die Nutzung des Stadions an 18 Spieltagen, 18 Trainingstagen, für freundschaftliche Heimspiele oder allfällige internationale Spiele und die Vermarktungsrechte für die Gastronomie an diesen Tagen.

In der Folge hat der SK Austria Kärnten den Stadionnamen in einer vertraglichen Vereinbarung für die Dauer von zehn Jahren und für einen Gesamtpreis von fünf Millionen Euro an die Hypo Group Alpe Adria vergeben. Das Stadion in Klagenfurt heißt daher jetzt offiziell "Hypo Group Arena".
Drei Millionen für den Lizenzerwerb Pasching
"Mit den durch die Vergabe das Stadionnamens an die Hypo Group Alpe Adria lukrierten fünf Millionen hat der Fußballklub einerseits für drei Millionen die Lizenz von Pasching für die erste Fußball-Bundesliga erworben, andererseits den Spielbetrieb des SK Austria Kärnten sichergestellt", so Haider am Donnerstag.
Kein Thema für Hypo-Untersuchungsausschuss
Der Transfer der fünf Millionen an den Sportklub war übrigens vom Hypo-Untersuchungsausschuss, dessen Endbericht am Donnerstag vorgestellt wurde, nicht untersucht worden. "Sie werden auch nicht mehr geprüft", sagte Stephan Tauschitz (ÖVP), der Vorsitzende des Ausschusses. "Der Vertrag zwischen der Hypo und dem Fußballverein gilt als korrekt und ist außerdem erst nach Abschluss der Arbeit des Ausschusses fixiert worden", so Tauschitz am Donnerstag.

Die SPÖ-Fraktion im Untersuchungsausschuss will am Donnerstag trotzdem die sofortige Wiederaufnahme der Zeugeneinvernahmen, und die Vorlage aller Verträge im Zusammenhang mit dem Fünf-Millionen-Deal beantragten, sagte SPÖ-Klubobmann Peter Kaiser.
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