Kärnten ORF.at
MI | 11.04.2012
Liaunig-Museum-Modell (Bild: APA/RS)
Museumsprojekt
Liaunig-Museum nimmt Gestalt an
Das vieldiskutierte Museumsprojekt des Industriellen und Kunstsammlers Herbert W. Liaunig in Neuhaus (Völkermarkt) nimmt Gestalt an. Gezeigt werden soll moderne österreichische und internationale Kunst von Marc Adrian bis Pierre Soulages.
Architektenteam "querkraft" leitet das Projekt.
Eröffnung 2008 vorgesehen
Der Rohbau für das Projekt des Wiener Architektenteams "querkraft" sollte noch heuer fertig sein, die Eröffnung des Hauses ist für Sommer 2008 vorgesehen. Das Privatmuseum soll auch für die "interessierte Öffentlichkeit" zugänglich sein.
BZÖ bewilligte keine Erhöhung des Kostenanteils von seiten des Landes.
Liaunig zog Angebot an Land Kärnten zurück
Vor einem Jahr hatte Liaunig das Angebot an das Land Kärnten zurückgezogen, seine Sammlung dauerhaft öffentlich zu zeigen, nachdem sich der damalige Kulturreferent LHStv. Martin Strutz (BZÖ) gegen eine Erhöhung des Betriebskosten- und Baukostenanteils seitens des Landes ausgesprochen hatte. Der Industrielle und Kunstsammler beschloss daraufhin, das ultramoderne Haus vollständig auf eigene Kosten zu errichten und Besucher nur gegen Voranmeldung in sein Museum zu lassen.
"querkraft" baut um 9,6 Millionen Euro
Liaunig-Museum-Modell (Bild: APA/RS)
Der von Liaunig ursprünglich begeistert aufgenommene Entwurf der französischen Architektin Odile Decq war ad acta gelegt worden, weil der vorgegebene Kostenrahmen von acht Millionen Euro deutlich überschritten worden war. Den neu ausgeschriebenen Bewerb konnte "querkraft" gewinnen. Die Baukosten waren von ihm zuletzt mit 9,2 bis 9,6 Millionen Euro beziffert worden, die jährlichen Betriebskosten ohne durchgehenden Museumsbetrieb schätzt er auf 150.000 bis 200.000 Euro.
"Schließen eine der großen Lücken in der Kärntner Museumslandschaft".
Zeitgenössisches, heimisch und international
Beherbergen wird das Museum Liaunigs eigene Sammlung zeitgenossischer Kunst sowie als "Kontrapunkt" eine Sammlung von Goldobjekten des Stammes der Ashanti. Liaunig: "Damit erfüllt sich ein langgehegter Wunsch unserer Familie, ein adäquates Ambiente für unsere Sammlung zu schaffen. Wir schließen damit gleichzeitig eine der großen Lücken in der Kärntner Museumslandschaft."
Die Sammlung Liaunig
Das künftige Privatmuseum soll jedenfalls über eine der besten Sammlungen österreichischer Kunst ab 1950 verfügen, ergänzt durch markante Werke ausländischer Maler und Plastiker wie Tony Cragg, Robert Motherwell und Pierre Soulages.

Innerhalb der Malerei und Grafik Österreichs sind unter anderen Marc Adrian, Hans Bischoffshausen, Erwin Bohatsch, Gunter Damisch, Jakob Gasteiger, Alfred Klinkan, Hermann Painitz, Peter Pongratz, Markus Prachensky, Arnulf Rainer, Hubert Schmalix oder Hans Staudacher vertreten.

Weiters werden Werke von Objektkünstlern und Plastikern wie Otto Eder, Bruno Gironcoli, Cornelius Kolig, Karl Prantl, Walter Pichler, Joser Pillhofer, Erwin Reiter, Meina Schellander, Andreas Urteil, Fritz Wotruba und Erwin Wurm ausgestellt.
Vier Baukörper auf 5.000 Quadratmeter
Das Architekturkonzept von "querkraft" besteht im Wesentlichen aus vier markanten Baukörpern: Der Zugang führt an einem Schaudepot mit einer Fläche von rund 600 Quadratmetern entlang, danach gelangt man in den Trakt für Malerei und Plastik. Als White Cube von 160 Metern Länge und 13 Metern Breite mit Oberlicht konzipiert, bietet dieser Gebäudeteil eine Ausstellungsfläche von rund 2.000 Quadratmetern.

Von hier aus gelangt man in einen eigenen Raum für Grafik (rund 500 Quadratmeter) sowie einen Annex für die Präsentation der Gold-Sammlung mit etwa 350 Quadratmetern. Einschließlich des Foyers, eines Werkstattbereichs sowie der erforderlichen Räume für Infrastruktur umfasst das Gebäude eine Nutzfläche von rund 5.000 Quadratmetern.
Sichtbeton, Stahl und Glas.
Großteil des Museums liegt unter der Erde
Das insgesamt sehr reduzierte Bauwerk orientiert sich stark am vorgegebenen Gelände. Nur der langgezogene Galerietrakt ist sichtbar und bietet von seinen beiden Terrassen einen Ausblick in die Landschaft, der Rest des Museums befindet sich unter der Erde. Von den Materialien her setzen die Architekten vor allem auf Sichtbeton, Stahl und Glas.
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