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MI | 11.04.2012
Eichkätzchen. (Bild: ORF)
kriminell
Tierquäler: Machtphantasien ausleben
In den letzten Tagen machen immer mehr Fälle von Tierquälerei bzw. Tötungen die Öffentlichkeit aufmerksam. Laut Psychologen geht es in vielen Fällen um Dominanz und das Ausleben der Macht über Leben und Tod.
Der Tierarzt stellte Schussverletzung an den toten Tieren fest.
Auf Eichhörnchen geschossen
Letzte Woche wurde der Fall eines Villacher Konditormeisters bekannt, dessen Zuchtrüde vergiftet wurde. Ein zweiter Hund entging einem Giftanschlag nur knapp. Vergangenes Wochenende wurden in einem Park in Mölbling zwei erschossene Eichhörnchen gefunden.

Der Park mit seinen vielen Buchen und Nussbäumen ist ein Paradies für Eichhörnchen. Wie jeden Tag führte auch am vergangenen Wochenende Gerhard Fleischhacker seine beiden Hunde spazieren:

"Plötzlich ist der eine von den beiden mit einem toten Eichkätzchen aus dem Gebüsch gekommen, ich habe dann nachgesehen und ein zweites gefunden. Darüber war ich empört und ich bin damit zum Tierarzt gefahren. Dort haben wir festgestellt, dass beide eine Schussverletzung haben, die nur von einem Luftdruckgewehr stammen konnte."
Das Verlangen nach Macht treibt viele Tierquäler.
Vielfältige Gründe für solche Taten
Die Gründe für das Quälen oder mutwillige Töten von Tieren sind nach Aussagen von Psychologen vielfältig. Es können Trittbrettfahrer sein, die nach Bekanntwerden solcher Taten auf diese Weise in die Medien kommen möchten. Der Täter kann sich auf diese Weise an einem Menschen rächen wollen. Oder er hat das Verlangen, Macht ausüben zu können.

Kurt Kurnig, Klinischer Psychologe: "Wenn es kriminell ausgeführt wird, kann es darum gehen, etwas zu beherrschen, anderen Menschen oder in dem Fall, Tieren, seine Dominanz zu zeigen. Es geht wahrscheinlich weniger um Aggression bei diesen Tötungsdelikten, sondern um die Tendenz, zu zerstören, also um Brutalität." Es geht laut Kurnig um Macht über Leben und Tod.
Kuh auf Weide misshandelt
Nun wurden weitere Fälle bekannt, in Stuben verletzte ein Unbekannter eine Kuh auf der Weide und in Ferlach erstattete ein Hundebesitzer Anzeige, weil sein Hund vergiftet werden sollte.

Nach Aussagen der Polizei dürfte sich die Zahl der Fälle von Tierquälerei in der vergangenen Zeit nicht erhöht haben. Allerdings wird dieses Delikt häufiger angezeigt als früher. Die Aufklärungsquote ist hoch.
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