Kärnten ORF.at
MI | 11.04.2012
Unwetter Slowenien (Bild: ORF)
Vier Tote
ORF-Team im Katastrophengebiet um Zelezniki
Die schweren Unwetter in Slowenien sind die größte Naturkatastrophe, die das Land je erlebt hat. Vier Menschen starben an den Folgen der Überschwemmungen und Muren. Ein Team von Radio Kärnten war am Mittwoch im Katastrophengebiet.
Bei heftigen Unwettern und Überschwemmungen sind in Slowenien mindestens vier Menschen ums Leben gekommen. Vier weitere waren vermisst.
Erste Schätzungen: 20 Millionen Euro Schaden
Die Lage ist nach wie vor trist. Viele Ortschaften sind noch immer von der Außenwelt abgeschnitten. Die Sachschäden werden nach ersten Angaben auf mehr als 20 Millionen Euro geschätzt. Am schwersten betroffen war der Nordwesten Sloweniens und dort vor allem Zelezniki in Oberkrain. In der Ortschaft wurden 350 Häuser verwüstet.
Unwetter Slowenien (Bild: ORF)
Der Fluss ist um drei Meter angestiegen
Der Ort liegt am Ende einer Schlucht. Aus dieser sind am Dienstagnachmittag die Wassermassen gekommen. Innerhalb von nur 30 Minuten ist der Fluss der sonst idyllisch durch den Ort fließt, so angestiegen, dass Tonnen an Erdreich, Baumstämme und an die 150 Autos mitgerissen wurden.

Drei Meter hoch waren die Wassermassen, die sich durch den Ort gewälzt haben. Sie machten vor nichts halt, sie flossen einfach durch die Häuser der Ortschaft, berichtete ORF-Redakteur Horst Sattlegger.
Unwetter Slowenien (Bild: ORF)
Die Behörden riefen nach Störungen in der Wasser- und Stromversorgung in der Region den Ausnahmezustand aus.
3.000 Menschen in über Nacht obdachlos
Rund 3.000 Einwohner wurden innerhalb weniger Minuten obdachlos. Ihre Häuser sind voll mit Schlamm, die Möbel und persönlichen Gegenstände liegen gemeinsam mit Bäumen, Geröll und den Autowracks auf der Straße, die durch den Ort führt.
Unwetter Slowenien (Bild: ORF)
Die Wassermassen hatte einen enormen Druck. Dazu kam, dass sie Schlamm, Äste und Geröll mit sich führten.
Opfer: "Wäre beinahe mitgerissen worden"
Im oberen Ortsteil sind Hunderte Menschen von der Umwelt abgeschnitten, sie müssen von der Luft aus mit lebensnotwendigen Gütern versorgt werden. Viele mussten am Dienstag um ihr Leben kämpfen, wie Anton Demsar: "Ich habe mich hier an den Heizungsrohren im Wohnzimmer festhalten müssen, sonst wäre ich von den Wassermassen, die durch mein Haus geflossen sind, mitgerissen worden", so Demsar zum Team von Radio Kärnten.
Unwetter Slowenien (Bild: ORF)
Mihael Prevc (Bild: ORF) "Jetzt weiß ich erst, wie groß der Schaden ist"
Der Bürgermeister von Zelezniki, Mihael Prevc hatte am Vormittag nach einem Hubschrauber-Flug über seiner Gemeinde Tränen in den Augen. "Erst jetzt ist mir klar, wie groß die Katastrophe ist. Unser Ort ist zerstört, ohne öffentliche Hilfe werden wir es nicht schaffen, die Stadt wieder so herzustellen, wie sie noch vor zwei Tagen war."
Unwetter Slowenien (Bild: ORF)
Hunderte Menschen in der Region stehen buchstäblich vor dem Nichts.
Regierung setzte Sofortmaßnahmen
Die Menschen in dem Industrieort Zelesniki waren von Haus aus nicht mit Luxus gesegnet, jetzt stehen viele vor dem Nichts. Die slowenische Regierung hat vorerst eine halbe Million Euro für Sofortmaßnahmen in den Katastrophengebieten zur Verfügung gestellt - in Anbetracht der Schäden ein Tropfen auf den heißen Stein.
Unwetter Slowenien (Bild: ORF)
Die slowenische Regierung hat am Mittwoch eine Sondersitzung einberufen.
Schwere Schäden auch im Osten der Region
Im Osten richtete das Unwetter in der Region um Velenje schwere Schäden an. Der Straßen- und Eisenbahnverkehr wurde nach Überschwemmungen eingestellt. Zahlreiche Häuser wurden durch Erdrutsche zerstört. Die slowenische Regierung trat zu einer Sondersitzung zusammen, um die Schäden zu beziffern.
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