Kärnten ORF.at
MI | 11.04.2012
Gerhard Seifried, SPÖ, Bürgermeister Wolfsberg (Bild: LPD Bodner)
Hypo-Verkauf
SPÖ-Lob für Haider aus Wolfsberg
Der schon oft als innerparteilicher Kritiker auf den Plan getretene Wolfsberger SPÖ-Bgm. Gerhard Seifried sorgt wieder für Aufregung. Im Gegensatz zur Parteilinie lobt er den Verkauf von Hypo-Landesanteilen an die Bayerische Landesbank.
Schaunig: Größte Fehlentscheidung
Im Gegensatz zu Seifried nennt die SPÖ-Vorsitzende LHStv. Gaby Schaunig den Verkauf durch Landeshauptmann Jörg Haider (BZÖ) und ÖVP-Chef Josef Martinz "die größte wirtschaftspolitische Fehlentscheidung, die jemals in Kärnten getroffen wurde".
Land soll auch restliche 20 Prozent verkaufen
In einem Interview in der Sonntagsausgabe der "Kärntner Woche" sagte Seifried: "Alle, die jetzt auf Haider hinhacken, sollten in sich gehen und sich fragen, ob sie in der gleichen Situation nicht das Gleiche getan hätten".

Er sei grundsätzlich der Meinung, dass es nicht Aufgabe der öffentlichen Hand sei, sich an Unternehmen zu beteiligen. Früher oder später solle das Land "auch die restlichen 20 Prozent auf den Markt werfen", schlägt der unter Medienvertretern als "Parteirebell" figurierende Seifried vor.
Seifried: Kein klarer Standpunkt der SPÖ
Seiner eigenen Partei wirft Seifried vor, ihren Standpunkt nicht klar vertreten zu haben: "Es hat keine wirkliche Linie gegeben".

Seifried: "Der einfache Arbeiter hat den SPÖ-Standpunkt nicht nachvollziehen können, das war eine lauwarme Geschichte." Der Kommunalchef bescheinigt deshalb der Kärntner SPÖ, in Sachen Hypo "im Niemandsland" zu sein.
"Parteirebell" Gerhard Seifried
Von Seifried war landespolitisch lange nichts gehört worden, nachdem der frühere ORF-Korrespondent in den Jahren zuvor immer wieder durch heftige Kritik an der eigenen Partei für Aufregung gesorgt hatte.

2004 zog er sich aber den Unmut vieler Parteifreunde zu, als er zwei Monate vor der Landtagswahl gemeinsam mit Haider in einer Pressekonferenz in Erscheinung trat und dessen Wiederwahl nicht ausschloss.

Nach der Wahl, die Haider klar gewinnen konnte, forderte er postwendend den Rücktritt seines Parteichefs Peter Ambrozy und des gesamten Parteipräsidiums. Danach brachte er sich selbst als Nachfolger ins Spiel, unterstützte aber letztendlich die jetzige Parteichefin Schaunig.
Die "Frontfrau" Schaunig werde zu stark gefordert, kritisierte der Wolfsberger Bürgermeister und fordert Klubchef Kaiser auf, "wahrnehmbarer" zu werden.
Seifried: "Haider ist Herr im Ring"
Auch generell findet Seifried nicht viel Erquickendes für seine Partei: "Haider ist der Herr im Ring uns bestimmt das Geschehen." Schaunig sei zwar "eine sehr gute Frau, die sich redlich bemüht". Es mangle ihr aber an der "optimalen Unterstützung in ihrem engsten Umfeld".

Wie bereits zuvor der Villacher SPÖ-Bürgermeister Helmut Manzenreiter lässt auch Seifried Kritik an Klubchef Peter Kaiser anklingen: "Er muss wahrnehmbarer werden. Die Frontfrau wird extrem gefordert - und hinter ihr ist nichts."

Auf die Frage nach der politischen Zukunft Haiders meint Seifried, die jüngst geglückten Fälle von Fußball bis Hypo seien für ihn wie eine extreme Sauerstoffzufuhr, woraus er neue Kraft schöpfe. Seifried: "Er ist ein politisches Tier, das sich permanent neu erfindet."
Haider: Allianz der Vernunft
BZÖ-Landeshauptmann Haider reagierte prompt auf Seifrieds Lob. Es sei offensichtlich, dass die SPÖ-Bürgermeister eine Allianz der Vernunft mit ihm und gegen die eigene Parteispitze in der Kärntner SPÖ bilden, sagte Haider.
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