Kärnten ORF.at
MI | 11.04.2012
KZ-Gedenkstätte (Foto: ORF/Daser)
Feierstunde
Gedenken an KZ-Opfer auf dem Loiblpass
Auf dem Loiblpass an der kärntnerisch-slowenischen Grenze hat am Samstag wieder die internationale Gedenkveranstaltung für die Opfer der dortigen Außenstellen des ehemaligen Konzentrationslagers Mauthausen stattgefunden.
Der Klagenfurter Peter Gstettner hat es sich zur Aufgabe gemacht, immer wieder auf die Opfer hinzuweisen.
"Man soll die Gräuel nicht vergessen!"
Bei der Feierstunde wurde der rund 1.300 Häftlinge gedacht, die im Zweiten Weltkrieg unter unmenschlichen Bedingungen beim Bau des Loibl-Tunnels eingesetzt waren. In Ansprachen wurde vor rund 200 Teilnehmern dazu aufgerufen, die Gräuel der Nazi-Zeit nicht zu vergessen.

Initiator der alljährlichen Gedenkfeierlichkeiten ist der Klagenfurter Historiker, Pädagoge und Psychologe Peter Gstettner. Er ist Leiter des Mauthausen-Komitees Kärnten/Koroska und hat es sich zur Aufgabe gemacht, auf die Opfer und deren Leid hinzuweisen und die Lücken in der Geschichtsschreibung zu schließen.

Die Fundamente des Lagers auf der Südseite sind gut erhalten. Am Nordportal erinnern Gedenktafeln an das Verbrechen.
40 Arbeiter überlebten die Gräuel nicht
In den beiden Lagern Loibl Nord und Loibl Süd kamen laut offiziellen Angaben zwischen 1943 und 1945 rund 40 Zwangsarbeiter ums Leben. Häftlinge aus mehreren europäischen Ländern waren zur Zwangsarbeit an dem Tunnel in das KZ-Außenlager gebracht worden. 1943 begannen mehr als 330 Franzosen mit der Grabung des Tunnels auf der slowenischen Südseite. Bis 1945 kamen Hunderte polnische Juden, Slowenen und Russen dazu.
Das Buch von Janko Tisler ist die kompletteste Dokumentation des Loibl-KZ in deutscher Sprache.
Goldenes Ehrenzeichen für Janko Tisler
Bereits am Vorabend der Veranstaltung wurde Janko Tisler, Autor des Buches "Das Loibl-KZ", mit dem Goldenen Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich ausgezeichnet.

Der Geehrte war als Vermessungsgehilfe am Loibl tätig und danach im Widerstand aktiv. Seine Beobachtungen stützen sich auf Interviews mit Überlebenden und sogar SS-Männern.
Anna Elisabeth Haselbach verleiht Janko Tišler das Goldene Ehrenzeichen (Foto: ORF)
Anna Elisabeth Haselbach verleiht Janko Tisler das Goldene Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich.
Tislers Buch erschien zuerst auf Slowenisch, danach erweitert auf Französisch. In der nun vorliegenden deutschen Ausgabe finden sich auch zahlreiche bisher unveröffentlichte Fotos.

Tisler: "Niemand kann das Lager auf österreichischer Seite leugnen. Die Angaben zu den Dokumenten und Personen wurden vervollständigt, sodass dies zum jetzigen Zeitpunkt wohl die kompletteste Dokumentation der Loibl-KZ in deutscher Sprache ist."
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