Kärnten ORF.at
MI | 11.04.2012
Tilo_Berlin (Bild: APA)
Vorgestellt
Neuer Hypo-Chef Tilo Berlin
Der künftige neue Chef der Hypo Group Alpe Adria hat sich am Mittwoch der Öffentlichkeit vorgestellt. Tilo Berlin übernimmt spätestens im Juli das Ruder des Kärntner Bankenkonzerns.
Weichen auf Wachstum gestellt
Berlin folgt Siegfried Grigg, der wieder in die Grazer Wechelseitige Versicherung (GraWe) zurückkehrt. Nach Wolfgang Kulterer und Grigg ist Berlin damit der dritte Vorstandsvorsitzende innerhalb eines Jahres.

Bei der Pressekonferenz am Mittwoch betonten die Bankenvertreter, dass die Turbulenzen nach den Swapverlusten der Hypo überwunden seien. Die Weichen seien auf weiteres Wachstum gestellt.
Berlin-Gruppe will Sperrminorität
Seit Februar ist auch Tilo Berlin mit seiner Investorengruppe Miteigentümer der Hypo, er hat neun Prozent der Anteile an der Landesbank gekauft. Seine Investorengruppe will nun aufstocken.

25 Prozent und ein Aktie, also die Sperrminorität sollen es werden, sagte Berlin.

"Ich glaube, dass diese Bank eine Perle ist. Das glaube nicht nur ich, sondern alle, die hier mitinvestiert haben. Daher bin ich überzeugt, dass künftig alles Folgende positiv sein wird, dass dieses Haus den alten Schwung hoffentlich ganz schnell wieder aufnehmen wird. Dass die 6.500 Menschen jungen Menschen mit dem Führungsteam Vollgas geben werden".
Wieder Änderung der Eigentumsverhältnisse
Die weiteren Hypo-Anteile wird Berlin mit den Investoren von der GraWe übernehmen, die dafür rund 400 Millionen Euro erwarten kann. Auch die Mitarbeiterstiftung wird Anteile abgeben.

Damit ändern sich die Eigentumsverhältnisse der Hypo erneut: Künftig hält die Gruppe um Tilo Berlin also 25 Prozent, 26 Prozent bleiben vorerst bei der Grawe, 44 Prozent hält unverändert das Land Kärnten über die Holding, der Rest von fünf Prozent gehört den Hypo-Mitarbeitern.
Charmeoffensive des 48-Jährigen künftigen Hypo-Chefs
Berlin: "Folge deinem Stern"
Mit seinem jugendlichen Aussehen und dem offenen Lachen entspricht Tilo Berlin so gar nicht dem Klischee eines Bankers im Nadelstreif. Den ersten Auftritt des 48-Jährigen künftigen Hypo-Chefs am Mittwoch kann die Bankengruppe wohl auch unter Charmeoffensive verbuchen.

Auf die Frage, warum er nach seinem Hypo-Investment auch den Chefsessel annimmt, sagte Tilo Berlin:

"Mir hat einmal ein wohlwollender Mensch gesagt: Erkenne einen Stern, folge deinem Stern. Die Größe des Investments, die Verantwortung dafür, der Glaube an alles, was damit zusammen hängt. Und am Ende, wenn sie so wollen, die persönliche Freude darüber, dass man durch die schöne Landschaft Kärntens, hier zu einem hoch seriösen Tätigkeitsfeld kommen kann".
Beteiligung mit Geld privater Investoren
Der gebürtige Deutsche mit Biobauernhof in Kärnten machte Bankkarriere und war zuletzt Vermögensberater. Vor allem reiche Familien hätten ihm ihr Geld anvertraut. Geld aus Privatstiftungen sei es auch zum Großteil, mit dem Berlin vorerst knapp zehn Prozent der Hypo-Anteile übernommen hat.

Die Verluste der Hypo aus den Swap-Geschäften und die folgenden Turbulenzen hätten das Interesse an der Bank nicht geschmälert, sagte Berlin: "Es kann uns nicht so geschreckt haben, dass es uns von Investitionen abgehalten hätte".
Investoren: Zwei Drittel aus Österreich
Das investierte Geld stammt laut Berlin zum größten Teil von privaten Investoren. "Zwei Drittel davon sind aus Österreich, ein Drittel aus Deutschland", sagte er. Namen dürfe er - mit Ausnahme von IV-Präsident Veit Sorger - nicht nennen.

Für den Kauf der GraWe-Anteile werde die Investorengruppe allerdings "ein wenig internationaler" werden. Das Interesse an der Hypo Group Alpe Adria begründete Berlin mit deren Engagement in Südosteuropa: "Als wir von dem bevorstehenden Börsengang erfahren haben, haben wir gemeint, es wäre interessant, vorher einzusteigen".
Börsegang frühestens 2008
Thema Börsengang: 500 Millionen Euro hat das Land Kärnten ja bereits aus der Wandelschuldanleihe der Hypo bekommen. Sollte die Hypo wie geplant weiterwachsen, könnte sich die Summe bei dem Börsegang noch erhöhen, sagt Berlin.

Zum Zeitplan für den Börsengang sagte der künftige Hypo-Chef: "Schnellstmöglich, frühestens Ende 2008, vielleicht 2009. Es wurde ja auch schon geredet, wie so etwas spätestens aussehen könnte. Aber die Hypo war immer schneller, als alle gedacht haben und wir versuchen, uns diesem Tempo anzupassen".

Ob die Hypo-Group auch unter ihrem Chef Tilo Berlin in Tourismusprojekte in Kärnten investieren wird, will Berlin noch nicht sagen, auch nicht, ob er den Plan seines Vorvorgängers Wolfgang Kulterer weiterverfolgen wird, die Untertunnelung der Bahntrasse entlang des Wörthersees zu finanzieren. Mit diesen Themen habe er sich noch nicht befasst.
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