Kärnten ORF.at
MI | 11.04.2012
Die 160 km/h-Teststrecke auf der A10 (Bild: APA)
Tauernautobahn
Aus für Tempo 160
Die Tempo-160-Teststrecke zwischen Spittal-Ost und Paternion wird am Sonntag aufgehoben. Die SPÖ begrüßte das Ende einer "schwachsinnigen Idee". Das BZÖ forderte, Tempolimits nach deutschem Vorbild generell aufzuheben.
Neue Höchstgeschwindigkeit: 130 km/h
Das Tempolimit soll in der Nacht von Sonntag auf Montag fallen. Zwischen Spittal und Paternion sind dann auf der A10 wieder 130 Stundenkilometer als Höchstgeschwindigkeit vorgeschrieben. Das gab Verkehrsminister Werner Faymann (SPÖ) bekannt.

Die von BZÖ-Minister Hubert Gorbach im Vorjahr verordnete Teststrecke war von Anrainern, Umweltorganisationen und anderen politischen Parteien immer heftig kritisiert worden.
Tempo 160 senke die Verkehrssicherheit
Tempo 160 senke die Verkehrssicherheit und sei eine unnötige zusätzliche Belastung für die Umwelt, erklärte Verkehrsminister Faymann am Samstag in einer Aussendung.

Alleine der Anhalteweg bei Bremsmanövern verlängere sich bei 160 km/h um rund 45 Prozent. Um sicher anhalten zu können, müsse ein doppelt so großer Sicherheitsabstand eingehalten werden, das Unfallrisiko steige um 30 Prozent, hieß es in der Aussendung des Ministers. Der Treibstoffverbrauch steige um 25 Prozent, die CO2-Emissionen um rund 27 Prozent.
Section-Control wird bei Gmünd aufgebaut
Die auf der 12,6 Kilometer langen Teststrecke installierte Verkehrsbeeinflussungsanlage (VBA) wird nun abgebaut und am Abschnitt Katschberg-Süd bis Gmünd wieder errichtet.

Dort wird Anfang kommenden Jahres ein flexibles Limit bis maximal 130 km/h eingeführt. Im Falle der Überschreitung von Lärmgrenzen kann je nach Bedarf reguliert werden.
Österreichische Autofahrer gleich mündig wie Deutsche.
BZÖ will keine Tempolimits mehr
Das BZÖ forderte am Samstag nach deutschem Vorbild die Aufhebung von Tempolimits auf österreichischen Autobahnen. Anlässlich des von Verkehrsminister Faymann angekündigten Aus für die Tempo-160-Versuchsstrecke auf der Tauernautobahn befand BZÖ-Generalsekretär Gerald Grosz den Testlauf als einen Versuch, der äußerst erfolgreich verlaufen sei.

"Es ist nicht einzusehen", sagte Grosz in einer Aussendung, "dass man die österreichischen Autofahrer nicht für gleich mündig befindet, wie die deutschen, die Geschwindigkeit frei zu wählen."

Tempobeschränkungen solle es nur noch auf gefährlichen, etwa kurvenreichen Streckenteilen sowie abhängig von der Wetterlage geben.
Hauptursache für tödliche Verkehrsunfälle sei immer noch überhöhte Geschwindigkeit.
SPÖ: Endlich Schluss mit abstruser Idee
Die Kärntner SPÖ-Chefin Gaby Schaunig begrüßte hingegen das Ende des von Ex-Minister Gorbach hinterlassenen "lebensgefährlichen Erbes": "Es war höchst an der Zeit, dass diese schwachsinnige Idee eines Geschwindigkeitsfans im orangen Ministergewand endlich ein Ende findet."

Es sei ihr unerklärlich, wie Gorbach als Verkehrsminister überhaupt auf diese abstruse Idee, gekommen sei. "Alle Verkehrsexperten bestätigen, dass die Hauptursache für tödliche Verkehrsunfälle überhöhte Geschwindigkeit ist", erklärte die SPÖ-Politikerin.
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