Kärnten ORF.at
MI | 11.04.2012
"elektronische Nasen" (Bilder: ORF, APA)
Elektronische Nase
197 Kärntner liefern "Duftvorlage" für E-Nose
Die Ausdünstung menschlicher Körper könnte künftig von Geruchs-Scannern auf Flughäfen erfasst werden. Ein Forscherteam hat dazu Proben von 197 Einwohnern eines Kärntner Dorfes entnommen und untersucht.
Personen könnten künftig über ihren Duft identifiziert werden.
Schweiß als Fingerabdruck für E-Nase
Der menschliche Schweiß könnte künftig als hoch komplexer Fingerabdruck dienen: Für die österreichische Duft-Forscherin und Anthropologin Elisabeth Oberzaucher, die an der Untersuchung mitgearbeitet hat, sei es durchaus denkbar, dass der Menschengeruch durch seine Einzigartigkeit als Identifizierungsinstrument - etwa auf Flughäfen - eingesetzt werden kann.
Erste Ergebnisse liegen bereits vor
Ein internationales Forscherteam unter österreichischer Beteiligung hat bei der Untersuchung des menschlichen Geruchs herausgefunden, dass sich die chemischen Bestandteile sowohl individuell als auch zwischen den Geschlechtern stark unterscheiden.
Die Kärntner mussten sich zehn Wochen lang von den Wissenschaftlern ausgiebig unter die Lupe nehmen lassen.
197 Kärntner wurden ausgiebig beschnüffelt
Bisher war allerdings kaum bekannt, woraus sich die jeweilige Duftnote zusammensetzt. Durch die Langzeitstudie der österreichischen, britischen und amerikanischen Wissenschafter wurde der Achselschweiß genau unter die Lupe genommen.

Dazu wurden zehn Wochen lang wurden Proben von 197 Einwohnern (108 Frauen und 89 Männer) eines Kärntner Dorfes entnommen. Die Probanden stammten aus Großfamilien (zehn bis 31 Mitglieder, zwei bis vier Generationen im Alter von 18 bis 92 Jahren).

Die Testpersonen aus Kärnten mussten alle zwei Wochen ins Feldlabor. Sie durften sich zwölf Stunden davor nur mit einer neutralen Seife waschen und mussten ein weißes Baumwoll-Shirt tragen. Danach wurden Schweiß-, aber auch Speichel- und Urinproben entnommen und auf ihre chemischen Bestandteile analysiert.

Der Schweiß wurde mit Hilfe eines neu entwickelten Werkzeugs - eines "magnetischen Schweißrollers" - möglichst unverfälscht aus den Achseln geholt.
Komponenten zum Teil bereits identifiziert
Das Ergebnis: Schweiß enthält mehr flüchtige organische Verbindungen als Urin oder Speichel. Unter der enormen Anzahl von flüchtigen Komponenten fanden die Wissenschafter 373 Komponenten, die individuelle und geschlechtsspezifische Geruchsprofile ergaben, also über den Untersuchungszeitraum gleich blieben. Ein Teil dieser Komponenten konnte bereits chemisch identifiziert werden.
Elektronische Nasen würden rasch eindeutige Identifizierung ermöglichen.
Geruchssignatur hat Tausende Dimensionen
Das Resultat der genetischen und mikrobiellen Einflüsse auf den individuellen Geruch lässt auf einen so genannten Duft-Fingerabdruck hoffen.

Mit der Hilfe von künstlichen Nasen mit elektronischen Sensoren ("E-Nose") wäre in Zukunft etwa eine Flughafengeruchskontrolle wahrscheinlich, meint Oberzaucher. "Denn der Fingerabdruck ist zweidimensional, die Geruchssignatur hat Tausende Dimensionen", erklärte die Wissenschaftlerin.
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